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EU-Neuwagenmarkt schwächelt - besonders Verkauf von E-Autos im Mai zurückgegangen
Der Markt für Neuwagen in der EU schwächelt merklich. Die Zahl der Neuzulassungen sank im Mai um drei Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie der europäische Herstellerverband Acea am Donnerstag mitteilte. Besonders die Verkäufe von E-Autos gingen demnach zurück. In den wichtigsten Märkten - abgesehen von Deutschland und Italien - sanken auch die Verkäufe von Verbrennern. Hybride wurden hingegen mehr nachgefragt.
Die Neuzulassungen von E-Autos sanken EU-weit um zwölf Prozent auf 114.308. Ihr Anteil ging von 13,8 auf 12,5 Prozent zurück. Besonders schwerwiegend war hier ein Rückgang um 30 Prozent der Neuzulassungen in Deutschland. Auch in den Niederlanden wurden 11,7 Prozent weniger E-Autos zugelassen als ein Jahr zuvor.
323.551 Benziner wurden neu zugelassen - 5,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Besonders stark ging die Zahl in Frankreich zurück (minus 20,3 Prozent), während die Verkäufe in Italien (4,1 Prozent) und Deutschland (2,1 Prozent) stiegen. Mit 11,4 Prozent weniger Neuzulassungen auf 118.773 fiel der Rückgang bei Dieselfahrzeugen noch stärker aus. Hier war Deutschland der einzige wichtige Automarkt, der einen Anstieg verzeichnete (3,2 Prozent).
Auch die Zahl der neuen Plugin-Hybride sank stark um 14,7 Prozent. Nur die Verkäufe von Autos mit Hybrid-Antrieb ohne Plugin-Funktion legten zu - um 16,2 Prozent. Ihr Marktanteil stieg von 25 auf 30 Prozent. Klassische Verbrenner kamen auf 48,5 Prozent Marktanteil.
"Die Nachfrage bleibt schwach, es gibt keine Hinweise auf eine durchgreifende Besserung der Lage", bewertete Constantin Gall von der Beratungsfirma EY die Lage am europäischen Neuwagenmarkt. Gründe seien die schwächelnde Konjunktur, geopolitische Spannungen und die verlorene Kaufkraft wegen der Inflation. Hinzu komme nun "die Ungewissheit in Bezug auf den Hochlauf der Elektromobilität".
"Die Erschließung neuer Kundenschichten, die stärker auf das Preis-Leistungs-Verhältnis und Aspekte wie Reichweite und Wiederverkaufswert schaut, erweist sich als schwierig", führte Gall mit Blick auf das ausbleibende Wachstum am E-Automarkt aus. "Die aktuelle Debatte auch auf EU-Ebene über das Verbrenner-Aus im Jahr 2035 trägt noch zur Verunsicherung bei - obwohl die Branche angesichts des enormen Investitionsbedarfs heute mehr denn je Planungssicherheit bräuchte."
Hinzu kommen nun die von der EU-Kommission angekündigten höheren Importzölle auf E-Autos aus China. "Nicht zuletzt werden sie zu höheren Preisen bei vielen Modellen führen", erklärte Gall. In den östlichen EU-Ländern spielen E-Autos nach wie vor keine Rolle - und es sieht nicht so aus, als ob sich das bald ändern würde.
T.Wright--AT