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Comeback in Wimbledon: Williams kämpft vergeblich
Das Comeback der Königin war nicht von Erfolg gekrönt, und doch verneigte sich die Tenniswelt vor Serena Williams: Bei ihrer Rückkehr aus dem Ruhestand ließ die einstige Ausnahmespielerin auf dem Centre Court von Wimbledon mehr als einmal ihre alte Klasse aufblitzen, kämpfte verbissen um ihre Chance und musste sich gegen die 24 Jahre jüngere Australierin Maya Joint erst nach 2:22 Stunden 3:6, 7:6 (8:6), 3:6 geschlagen geben.
Die Fans feierten die 44-Jährige dennoch für den Mut, nach vier Jahren Pause wieder im Einzel anzugreifen, sie bejubelten jeden Punkt der Altmeisterin aus den USA, peitschten sie bei Rückstand nach vorne. Letztlich vergeblich. Immerhin: Im Doppel kehrt Williams an der Seite ihrer Schwester Venus (46) auf den Rasen zurück, die Zuschauer freuen sich schon auf die nächste Show.
Schon am Dienstagabend war die Spannung im Allerheiligsten des Tennissports greifbar, die Fans auf der Tribüne, die Kontrahentinnen auf der Anlage, die Experten an den Mikrofonen - alle wollten wissen: Ist die lebende Legende auf einem ihrer Lieblingsplätze überhaupt konkurrenzfähig, oder beschädigt sie ihr eigenes Denkmal? Die Antwort gab Serena schnell: Zu Null holte sie ihr erstes Aufschlagspiel und wischte einige Zweifel beiseite.
Die hatten ihre Rückkehr ebenso begleitet wie manch kritische Stimme. Unter anderem hatte Michael Stich gemeckert. "Ich kriege es nicht in meinen Kopf", sagte der Wimbledonsieger von 1991 bei Prime. Für die anderen Spielerinnen sei es "nichts Positives, weil ihnen Aufmerksamkeit genommen wird". Dabei hätte Williams "nicht den Hauch einer Chance, Wimbledon zu gewinnen".
Damit behielt Stich recht, und doch überzeugte Williams. Manchmal wirkte es sogar, als sei sie nicht jahrelang weg gewesen, dabei hatte sie 2022 ihr letztes Match in Wimbledon gespielt. In den vergangenen vier Jahren brachte sie ihre zweite Tochter zur Welt, leitete das Investment-Unternehmen "Serena Ventures", vermisste aber offensichtlich den Nervenkitzel auf dem Platz.
Den bekam sie unter dem geschlossenen Dach des Centre Courts zu spüren. Nur zum Spaß war Williams jedenfalls nicht gekommen, sie feuerte sich nach gelungenen Schlägen an, und auch, wenn nicht alles flüssig wirkte in ihrem Spiel: Ihre Aura war unübersehbar, ihr Aufschlag manchmal kaum zu returnieren, auch die Beinarbeit funktionierte lange überraschend gut.
In Williams' Box schmiegten sich ihre Töchter Alexis Olympia und Adira an Papa Alexis Ohanian, die gesamte Familie schien den Auftritt zu genießen - inklusive der erfolgreichsten Spielerin der modernen Tennisgeschichte unten auf dem Court. Doch Maya Joint, geboren im Jahr 2006, als Williams bereits zwei ihrer sieben Wimbledontitel gewonnen hatte, spielte sich frei. Die australische Tennis-Größe Sam Stosur hatte sie bestens eingestellt.
Williams wäre aber nicht Williams, wenn sie sich hätte geschlagen geben. Zweimal holte sie im zweiten Satz ein Break auf, wehrte im Tiebreak einen Matchball ab und war plötzlich voll im Spiel, das nicht immer hochklassig war. Doch Joint, Nummer 87 der Weltrangliste, steigerte sich wieder und beendete den ersten Teil des wundersamen Williams-Comebacks.
T.Perez--AT