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Piastri erneut am stärksten - Jungvater Verstappen Vierter
Die Vaterfreuden haben Max Verstappen keineswegs langsamer gemacht - doch gegen die McLaren-Power sucht der Formel-1-Weltmeister mit seinem Red-Bull-Team weiter nach einem wirksamen Mittel: Beim nächsten Sieg von Oscar Piastri vor seinem Teamkollegen Lando Norris erreichte Polesitter Verstappen trotz zähester Bemühungen nur den vierten Platz und muss in der Fahrer-WM die Papaya-Fahrer allmählich ziehen lassen. Dritter wurde Mercedes-Pilot George Russell.
Piastri stockte sein Konto durch den dritten Sieg in Folge und den vierten der Saison dank einer erneut abgeklärten Vorstellung auf 131 Punkte auf, Miami-Vorjahressieger Norris folgt mit 115 Zählern, Verstappen ist nach dem ersten Saisonviertel Dritter mit 99 Punkten. Im Ziel fehlte dem viermaligen Weltmeister mehr als eine halbe Minute auf Piastri.
Nico Hülkenberg pokerte im unterlegenen Sauber auf Regen und blieb lange draußen, der Niederschlag aber blieb aus - und damit auch die Chance auf seltene Punkte für den Routinier. Der Emmericher kam auf Rang 14 ins Ziel. Das Ferrari-Duo Charles Leclerc und Lewis Hamilton erreichte die Plätze sieben und acht, die Scuderia nistet sich im Mittelmaß ein.
Verstappens Lebensgefährtin Kelly Piquet, Tochter des dreimaligen Weltmeisters Nelson Piquet, hatte in dieser Woche die kleine Lily auf die Welt gebracht. Verstappen reiste deswegen verspätet nach Miami, erlebte am Samstag ein enttäuschendes Sprintrennen mit Platz 17, eroberte aber nur vier Stunden später die Pole Position für den Grand Prix. Sprintsieger Norris sagte daraufhin halb im Scherz: "Ich hatte gehofft, dass Max als Vater langsamer wird. Aber das ist offensichtlich nicht der Fall."
Vor dem Grand Prix ging der Blick der Fahrer eher Richtung Himmel als auf die Strecke. Das Rennen der Frauen-Nachwuchsserie F1 Academy im Rahmenprogramm war zuvor wegen starken Regens abgesagt worden. Zwei Stunden vor dem Start gab der Automobil-Weltverband FIA ein detailliertes Protokoll heraus, wie im Rennen verfahren würde, sollten sich Gewitterzellen der Strecke nähern. Die Chancen auf heftigen Niederschlag, so die Prognosen der Meteorologen, lagen etwa bei fifty-fifty.
Verstappen verteidigte seine Führung in der ersten Kurve resolut gegen Norris, der auf Rang sechs zurückfiel und die Fahrweise des Niederländer beklagte. Die Szene wurde überprüft, Verstappen blieb straffrei.
Profiteur des Zweikampfs war der von Platz drei gestartete Andrea Kimi Antonelli - seit Freitag jüngster Pole-Fahrer der Formel-1-Geschichte mit 18 Jahren -, der die zweite Position allerdings nur vier Runden lang gegen Piastri verteidigen konnte. Letztlich wurde der Mercedes-Youngster Sechster.
Der 24-jährige Australier Piastri machte hingegen enorm Druck auf Verstappen, der sich zäh verteidigte. In Runde 14 verbremste sich Verstappen und musste seinen Verfolger allerdings passieren lassen. Drei Runden später presste sich auch Norris am Champion vorbei - Piastri hatte sich da schon acht Sekunden abgesetzt.
Während weiter gerätselt wurde, ob es noch regnen wird oder nicht, holte sich Verstappen als erster aus dem Spitzentrio bei Rennmitte neue Reifen und hatte Pech, weil wenige Runden später ein virtuelles Safety-Car dafür sorgte, dass auch noch Russell beim Reifenwechsel an ihm vorbeiziehen konnte.
T.Perez--AT