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Baerbock zu Rolle des Vatikan: Papst sollte sich mehr mit Frauen umgeben
Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat die Rolle des Vatikans auf der UN-Klimakonferenz COP29 in Baku kritisiert. Sie bezog sich am Freitag in einer Pressekonferenz auf gemeinsamen Widerstand des Vatikans sowie Saudi-Arabiens, Russlands und Irans gegen einen Text zur Gendergerechtigkeit. Dabei ging es um die besondere Betroffenheit und Schutzbedürftigkeit von Frauen durch die Folgen des Klimawandels.
"Man sollte sich seine Freunde immer sehr genau aussuchen, sonst steht man ziemlich alleine da", antwortete Baerbock auf eine Frage, was sie dem Papst denn in dieser Sache empfehlen würde. "Und man sollte Frauen nie unterschätzen, darum sollte er versuchen, immer viele Frauen an seiner Seite zu haben", fügte sie unter Beifall und Gelächter im Saal hinzu.
Zur Sache selbst sagte Baerbock, es habe nicht nur sie irritiert, "sondern eine große Gruppe weiblicher Delegationsleiterinnen", dass manche auf der Konferenz die Frage gestellt hätten, "ob diese Frauenfrage überhaupt noch so wichtig ist". Die Außenministerin verwies auf Studien, wonach Frauen und Kinder am meisten unter der Auswirkung der Klimakrise leiden, demnach 14 Mal mehr als Männer.
Zugleich leisteten Frauen den wichtigsten Beitrag für eine nachhaltige Politik, fuhr Baerbock fort, aber "vor allem, dass menschliche und ökologische Entwicklung vor Ort funktionieren". Ihr sei daher wichtig, "dass Klimaschutz nur mit allen und für alle Menschen auf dieser Welt funktioniert".
Bereits am Donnerstag, dem "Gender-day" der UN-Konferenz, hatte Baerbock weibliche Delegierte zu einem gemeinsamen Foto versammelt. Eigentlich sollte die Berücksichtigung der Gender-Problematik etwas völlig Normales sein, aber "irgendwie sind normale Dinge nicht mehr länger normal", sagte die Ministerin. Baerbock forderte eine Fortschreibung des auf der UN-Konferenz in Lima dazu beschlossenen Programms.
Auch weitere Delegierte warnten vor Rückschritten in diesem Punkt. Sie kritisierten, dass das Gender-Thema für die aserbaidschanische COP-Präsidentschaft offensichtlich keine Priorität habe. "Ein Text, der uns um zehn Jahre zurückwirft, ist unannehmbar", sagte die kanadische Unterhändlerin Catherine Stewart mit Blick auf Beschlussvorlagen zu diesem Thema.
A.Ruiz--AT