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Fraunhofer-Analyse: Mehr Batteriespeicher machen Milliardenentlastung möglich
Mehr Batteriespeicher als "Sparprogramm": Durch größere Flexibilität im Stromsystem lassen sich laut einer Fraunhofer-Analyse milliardenschwere Entlastungen für Verbraucherinnen und Verbraucher erreichen - ebenso wie für den Bundeshaushalt. Pro Jahr sind demnach volkswirtschaftliche Einsparungen von rund 3,9 Milliarden Euro möglich. Ein Grund dafür ist, dass durch einen schnelleren Ausbau von Batteriespeichern auch sogenannte Hellbrisen besser abgefedert werden könnten.
Hellbrisen sind das Gegenteil von einer Dunkelflaute und bedeuten, dass bei starker Sonneneinstrahlung viel Solarstrom erzeugt wird, während gleichzeitig auch der Wind weht. Angesichts dieses Phänomens gebe es in Stunden mit hoher Erzeugung "immer häufiger und immer stärkere Preisausschläge von negativen Börsenstrompreisen", heißt es in der Analyse des Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE, die der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch vorlag.
Beauftragt wurde die Analyse vom Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE), dem Bundesverband Solarwirtschaft und dem Bundesverband Windenergie. Nach BEE-Angaben werden die potenziellen Milliardenentlastungen dadurch möglich, dass die Marktwerte erneuerbarer Energien durch einen schnelleren Batteriespeicherausbau steigen, während zugleich die EEG-Förderkosten und die Spotmarktpreise gedämpft werden. Außerdem wird demnach der Stromkosten-Saldo im europäischen Handel günstiger.
Hintergrund ist, dass in Hellbrisen häufig sehr niedrige oder sogar negative Strompreise entstehen. Das senkt nach BEE-Angaben die Marktwerte erneuerbarer Energien, erhöht den Förderbedarf aus dem Bundeshaushalt, verschärft Finanzierungsrisiken für neue Anlagen und führt dazu, dass erneuerbarer Strom zeitweise abgeregelt oder zu sehr niedrigen Preisen exportiert wird.
Diese ungewollten Nebeneffekte der Energiewende können der Analyse zufolge deutlich abgemildert werden. Demnach hätte eine zusätzliche kurzfristige Flexibilität von 20 Gigawatt Speicherleistung mit vier Stunden Speicherkapazität im Zeitraum Januar 2025 bis Ende Mai 2026 volkswirtschaftliche Einsparungen von 5,6 Milliarden Euro ermöglicht.
"Die Analyse zeigt: Speicher sind ein Sparprogramm für Stromkunden und Bundeshaushalt“, erklärte BEE-Präsidentin Ursula Heinen-Esser. "Die Politik muss Speicher und Flexibilität jetzt schneller ermöglichen", forderte sie.
H.Romero--AT