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Mindestens 19 Tote und Dutzende Verletzte bei Brand in Casino-Hotel in Kambodscha
Bei einem Brand in einem Casino-Hotel in Kambodscha sind mindestens 19 Menschen ums Leben gekommen. Rettungskräfte fanden in dem ausgebrannten Gebäudekomplex in Poipet an der Grenze zu Thailand am Donnerstag die sterblichen Überreste von 19 Menschen, wie ein Behördensprecher sagte. In zunächst unzugänglichen Gebäudeteilen wurden aber noch weitere Todesopfer vermutet. Verzweifelte Menschen hatten auf Mauervorsprüngen und Fensterbrettern des Hotels vor den Flammen Schutz gesucht.
Das Feuer war nach Polizeiangaben am späten Mittwochabend im Grand Diamond City Hotel und Casino in Poipet ausgebrochen. Ein freiwilliger Helfer der thailändischen Rettungsorganisation Ruamkatanyu Foundation sagte, das Feuer sei im ersten Stock des Gebäudes ausgebrochen und habe sich über den Teppichboden rasend schnell auf andere Stockwerke ausgebreitet.
"Ich habe gesehen, wie Menschen aus dem Gebäude rannten, um dem Rauch zu entkommen", berichtete der Helfer. Andere Menschen seien vor den Flammen auf das Dach geflohen. "Dann sahen wir einige Leute herunterspringen", fügte er hinzu.
Auf im Internet verbreiteten Videoaufnahmen war zu sehen, wie das Hotel in Flammen steht und Feuerwehrleute verzweifelt gegen die Flammen kämpfen. Auf Fotos vom Unglücksort waren Menschen zu sehen, die sich auf Mauervorsprüngen des Gebäudes drängten, um den Flammen zu entgehen. Ein anderes Bild zeigte einen Mann, der auf einem Fensterbrett an der Außenfassade des Hotels sitzt, während hinter ihm dichter Rauch aus dem Fenster schlägt.
Die kambodschanische Polizei hatte zunächst von etwa zehn Toten und 30 Verletzten gesprochen. In der benachbarten thailändischen Provinz Sa Kaeo wurden mehr als 50 Opfer des Brandes ins Krankenhaus eingeliefert. 13 von ihnen seien auf lebenserhaltende Maßnahmen angewiesen, sagte Prapas Pookduang von den thailändischen Gesundheitsbehörden.
Der Gouverneur von Sa Kaeo, Parinya Phothisat, erklärte, etwa 60 weitere Menschen aus dem Hotel seien untersucht und entlassen worden. Insgesamt seien 79 Thailänder, 30 Kambodschaner und acht Indonesier untersucht und behandelt worden.
Nach den Angaben der Polizei hat das Casino-Hotel rund 400 Mitarbeiter. Medienberichten zufolge hielten sich zum Zeitpunkt des Brandes auch Ausländer in dem Gebäude auf. Der Komplex wurde durch das Feuer komplett zerstört. Aus dem thailändischen Außenministerium hieß es, dass auch von der thailändischen Seite Löschwagen zu dem Hotel geschickt worden seien.
Den Bürgern von Kambodscha, einem der ärmsten Länder Südostasiens, ist es offiziell verboten, an Glücksspielen in Casinos teilzunehmen. Entlang der Grenze zu Thailand gibt es aber zahlreiche Casino-Hotels. Poipet ist ein beliebtes Urlaubsdomizil für Besucher aus dem Nachbarland Thailand, wo die meisten Formen von Glücksspiel verboten sind.
Die laxe Handhabung von Sicherheitsauflagen in Lokalen und anderen Vergnügungsstätten in der Region löst immer wieder Kritik aus. Dieses Jahr gab es bereits zwei tödliche Brände in Kambodschas Nachbarländern Thailand und Vietnam. Im August wurden bei einem Feuer in einem thailändischen Nachtclub 26 Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt. Im September starben bei einem Brand in einer Karaoke-Bar im Süden von Vietnam 32 Menschen.
O.Ortiz--AT