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Führender Oppositionspolitiker in Bolivien verhaftet
Einer der führenden Oppositionspolitiker in Bolivien ist wegen Terrorismusvorwürfen im Zusammenhang mit dem Sturz des langjährigen Präsident Evo Morales vor gut drei Jahren verhaftet worden. Der ehemalige Präsidentschaftskandidat Luis Fernando Camacho sei zum Verhör nach La Paz gebracht worden, teilte Innenminister Eduardo del Castillo am Mittwoch mit. Dem rechtskonservativen Gouverneur des Bundesstaats Santa Cruz wird nach Angaben der Staatsanwaltschaft "Terrorismus" im Zusammenhang mit dem "Staatsstreich" gegen den linksgerichteten Ex-Präsidenten Morales im November 2019 zur Last gelegt.
Das Büro des Gouverneurs sprach von einer "irregulären Polizeiaktion" und warf den Beamten vor, Camacho "entführt" zu haben. Nach der Festnahme blockierten seine Unterstützer Straßen in Santa Cruz. Sie lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei und setzten das örtliche Büro der Staatsanwaltschaft in Brand. Zunächst wurden keine Verletzten gemeldet.
Dutzende Anhänger des Oppositionspolitikers strömten außerdem zu den beiden Flughäfen von Santa Cruz, um Camachos Überstellung nach La Paz zu verhindern. Mehrere Flüge mussten wegen der Protestaktionen abgesagt werden.
Im Juni war bereits Boliviens ehemalige Übergangspräsidentin Jeanine Áñez im Zusammenhang mit dem Sturz ihres Vorgängers Morales zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Die frühere Vize-Senatspräsidentin Áñez hatte das höchste Staatsamt im November 2019 übergangsweise übernommen, nachdem Morales angesichts von Massenprotesten und unter dem Druck der Armee zurückgetreten und ins Exil gegangen war.
Bei der Präsidentschaftswahl im Oktober 2020 holte dann Morales' Parteifreund Luis Arce den Sieg, Camacho landete auf dem dritten Platz. Einen Monat später kehrte Morales nach Bolivien zurück und übernahm wieder die Führung der von ihm gegründeten Regierungspartei MAS.
R.Lee--AT