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Bei Midterms gewählter Republikaner gibt Lügen über Lebenslauf und Herkunft zu
Wenige Wochen nach den Kongress-Zwischenwahlen in den USA erregen mutmaßliche Lügen eines neu gewählten republikanischen Abgeordneten über seinen eigenen Lebenslauf großes Aufsehen. George Santos, der im November im US-Bundesstaat New York einen Sitz im Repräsentantenhaus gewonnen hatte, gab am Montag in zwei Interviews zu, seinen Lebenslauf erheblich gefälscht zu haben. So habe er, anders als behauptet, nie bei den Banken Goldman Sachs und Citigroup gearbeitet - und nie einen Hochschulabschluss erworben.
Zudem erklärte Santos gegenüber der "New York Post", anders als im Wahlkampf behauptet nicht Jude zu sein, sondern Katholik. Wörtlich sagte er der Zeitung: "Ich bin katholisch. Weil ich erfahren habe, dass meine Familie mütterlicherseits jüdische Wurzeln hat, sagte ich, ich sei 'jüdisch'."
Santos entschuldigte sich dafür, seinen Lebenslauf "ausgeschmückt" zu haben, wie er selbst sagte. Forderungen aus der Demokratischen Partei, seinen Sitz im Kongress wieder aufzugeben, wies Santos jedoch zurück. "Ich bin kein Krimineller", erklärte er gegenüber der "New York Post".
Der Republikaner Santos hatte seiner Partei mit seinem Sieg gegen seinen demokratischen Herausforderer Robert Zimmerman in der Demokraten-Hochburg New York bei den Zwischenwahlen geholfen, sich eine knappe Mehrheit von 222 zu 212 Sitzen im Repräsentantenhaus zu sichern. Im Senat, der anderen Kongresskammer, behielten die Demokraten ihre Mehrheit. Die neuen Kongressmitglieder treten Anfang Januar ihr Mandat an.
Vor Weihnachten veröffentlichte Recherchen der "New York Times" hatten Zweifel an Santos' im Wahlkampf gemachten Angaben zu seinem Studium und seiner beruflichen Karriere laut werden lassen. Als Reaktion auf den Artikel hatte Santos zunächst eine Mitteilung seines Anwalts veröffentlicht, in der dieser die "New York Times" beschuldigte, mit "verleumderischen Anschuldigungen" Santos' "guten Namen zu beschmutzen".
Mehrere Mitglieder der Demokratischen Partei forderten Kevin McCarthy, den derzeitigen republikanischen Minderheitsführer im Repräsentantenhaus, auf, über den Ausschluss Santos' abstimmen zu lassen, falls dieser nicht von sich aus zurücktreten sollte. Die Ethikkommission des Repräsentantenhauses müsse untersuchen, wie Santos "sein Geld verdient hat", forderte zudem der demokratische Abgeordnete Ritchie Torres, der wie Santos aus New York kommt.
W.Moreno--AT