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Trotz Streiks bei Lufthansa-Tochter: Vier von fünf Discover-Flügen gestartet
Die Lufthansa-Tochter Discover konnte eigenen Angaben zufolge die Auswirkungen des sechstägigen Streiks beim Kabinenpersonal und den Piloten "so gering wie möglich" halten. Es sei gelungen, "durchschnittlich vier von fünf geplanten Flügen als Discover Airlines selbst an den Start zu bringen", erklärte das Unternehmen am Montag einen Tag nach Streikende. Gespräche mit den Gewerkschaften UFO für die Flugbegleiter und der Vereinigung Cockpit (VC) über Tarifverträge lehnt Discover weiter ab.
Die Piloten-Gewerkschaft VC wertete den Streik, der von Dienstag vergangener Woche bis einschließlich Sonntagabend lief, dennoch als Erfolg. Wie groß die Auswirkungen des Ausstandes auf den Betrieb tatsächlich waren, könne VC erst zu einem späteren Zeitpunkt sagen. Flüge seien teilweise vom Konzern und trotz des Streiks durchgeführt worden. Auch das sei aber "Sand im Getriebe" des Unternehmens, sagte ein Sprecher von VC der Nachrichtenagentur AFP.
UFO und VC traten in den Streik, nachdem Discover mit der Konkurrenzgewerkschaft Verdi einen Tarifvertrag mit Laufzeit bis 2027 abgeschlossen hatte. Die Gewerkschaften kritisieren insbesondere Vorteile beim Kündigungsschutz für Verdi-Mitglieder und wollen ihrerseits jeweils Mantel- und Vergütungstarifverträge erreichen. Sie werfen dem Lufthansa-Konzern vor, gezielt die etablierten Gewerkschaftsstrukturen schwächen zu wollen.
Zwischen dem Unternehmen und den Spezial-Gewerkschaften herrscht derzeit Funkstille. VC gab eigenen Angaben zufolge ein Gesprächsangebot ab, Discover allerdings lehnt Verhandlungen ab. "Wir sehen weiterhin keine Notwendigkeit auf politische Interessen und Machtspiele der Spartengewerkschaften einzugehen", erklärte Ferienflieger-Chef Bernd Bauer. Stattdessen fokussiere sich sein Unternehmen auf die Umsetzung der abgeschlossenen Tarifverträge mit Verdi.
VC schloss auch deshalb weitere Streiks nicht aus, wollte sich aber nicht zum möglichen Ausmaß oder einem Zeitplan äußern. "Es wird erst Ruhe im Unternehmen einkehren, wenn den Interessen der VC-Mitglieder nach eigenen Tarifverträgen mit besseren Arbeitsbedingungen genüge getan ist", erklärte Andreas Pinheiro, Präsident der VC.
S.Jackson--AT