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Nach Rahmenabkommen mit Libanon: Neue Gefechte zwischen Israel und Hisbollah
Nach der Einigung zwischen Israel und dem Libanon auf ein Rahmenabkommen über eine Friedenslösung sind die Gefechte zwischen der israelischen Armee und der Hisbollah weitergegangen. Israels Streitkräfte flogen am Wochenende wieder Angriffe im Südlibanon. Ein israelischer Soldat wurde nach Armee-Angaben bei Kämpfen mit der Hisbollah getötet. Die pro-iranische Miliz lehnt das am Freitag unterzeichnete Rahmenabkommen, das ihre Entwaffnung vorsieht, vehement ab.
Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA meldete am Sonntag, ein israelisches Kampfflugzeug habe die Außenbezirke der Städte Deir Serjan and Tajbeh angegriffen. Die israelische Armee erklärte derweil, einer ihrer Soldaten sei am Sonntag "bei Kämpfen" mit der Hisbollah im Süden des Libanon getötet worden. Damit wurden seit Anfang März, als die Hisbollah den Libanon mit ihren Angriffen auf Israel in den Iran-Krieg hineingezogen hatte, 38 israelische Soldaten getötet.
Der 21-jährige israelische Soldat wurde den Armee-Angaben zufolge getötet, als Soldaten nach dem Betreten eines verdächtigen Gebäudes im Gebiet von Deir Serjan im Südlibanon auf einen "Terroristen der Hisbollah" stießen. Daraufhin "begannen die Soldaten mit der Suche nach dem Terroristen und griffen Ziele in der Umgebung an", teilte ein Armeevertreter mit.
Bereits am Samstag hatte Israels Armee einen Angriff in der Region von Nabatijeh gemeldet, der sich gegen "mutmaßliche Terroristen" gerichtet habe. Das Gesundheitsministerium in Beirut teilte mit, mindestens ein Mensch sei bei diesem Angriff getötet worden.
Der Libanon und Israel befinden sich seit 1948 im Kriegszustand. In dem unter Vermittlung der USA ausgehandelten und am Freitag in Washington unterzeichneten Rahmenabkommen erklärten die Nachbarländer "ihre Absicht, den Konflikt endgültig zu beenden, die ihm zugrunde liegenden Ursachen anzugehen und damit jeden Kriegszustand zwischen ihnen formell zu beenden".
Laut der Vereinbarung wird die Entwaffnung der vom Iran finanzierten Hisbollah-Miliz angestrebt. Dies gilt als Voraussetzung für den schrittweisen Rückzug der israelischen Armee aus dem Libanon. Die im Libanon mächtige Hisbollah war an den Verhandlungen über das Abkommen jedoch nicht beteiligt.
Hisbollah–Chef Naim Kassem bezeichnete die Vereinbarung am Samstag als "schweren Fehler". Die Miliz betrachte das Rahmenabkommen als "null und nichtig".
In der Nacht zuvor hatten Anhänger der Miliz in Beirut gegen das Rahmenabkommen protestiert. Einige waren in Aufnahmen libanesischer Medien nahe dem Regierungssitz zu sehen, andere blockierten zeitweise die Straße zum Flughafen mit brennenden Reifen. Der Hisbollah-Abgeordnete Hassan Fadlallah warnte die Regierung in Beirut am Sonntag vor einem "internen Konflikt" im Libanon im Fall einer Umsetzung des Abkommens.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu pries das Abkommen dagegen als "historisch" für sein Land. Die Übereinkunft sei "ein Schlag gegen den Iran und die Hisbollah", sagte er am Samstag in einer Fernsehansprache.
Netanjahu bekräftigte zudem, dass die israelischen Streitkräfte in der sogenannten Sicherheitszone im Süden des Libanon bleiben würden, bis "die Hisbollah und der Rest der Terrorgruppen entwaffnet" seien und von libanesischem Staatsgebiet aus keine Bedrohung mehr für Israel ausgehe.
Sowohl die USA als auch der Libanon hätten "Israels Recht anerkannt, eine Sicherheitszone im Libanon aufrechtzuerhalten, solange dies zur Gewährleistung unserer Sicherheit erforderlich ist", sagte der israelische Regierungschef. Die "Sicherheitszone" reicht bis zu zehn Kilometer in libanesisches Territorium hinein.
Das israelisch-libanesische Rahmenabkommen habe der "iranischen Achse einen strategischen Schlag versetzt", sagte der israelische Verteidigungsminister Israel Katz. "Sollte der Iran versuchen, Israel anzugreifen, um die Umsetzung des Abkommens zu verhindern, werden wir mit großer Härte dagegen vorgehen", warnte er. Er bezog sich dabei auf die vom Iran angeführte "Achse des Widerstands", der die Hisbollah angehört und deren Ziel die Vernichtung Israels ist.
Dem Iran und der von ihm finanzierten Hisbollah sind die direkten Friedensgespräche zwischen dem Libanon und Israel ein Dorn im Auge. Teheran besteht darauf, dass über ein Ende des Libanon-Konflikts auf der Grundlage des Mitte Juni von den USA und dem Iran unterzeichneten Rahmenabkommens zur Beendigung des Iran-Krieges behandelt wird. Dieses Rahmenabkommen zielt auf eine Einstellung der Kämpfe in der gesamten Region einschließlich des Libanon ab.
Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Bakaei, pochte am Sonntag erneut auf einen Rückzug Israels aus dem Libanon. Dies sei "eine wesentliche Voraussetzung für das Erreichen einer endgültigen und dauerhaften Vereinbarung" mit den USA.
A.Taylor--AT