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Preise für Dienstleistungen verhindern weiteren Rückgang der Inflation
Die steigenden Preise für Dienstleistungen haben im Mai die weitere Entspannung bei der Preisentwicklung bei Energie und Lebensmitteln ausgeglichen. Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden bestätigte am Mittwoch seine erste Schätzung, wonach die Teuerungsrate im Jahresvergleich bei 2,4 Prozent lag. Die Preise stiegen damit wieder etwas stärker als im April, als die Teuerungsrate im Jahresvergleich bei 2,2 Prozent gelegen hatte.
"Die Inflationsrate zieht damit wieder etwas an, vor allem wegen der weiterhin steigenden Dienstleistungspreise", erklärte Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes. "Die Energie- und Nahrungsmittelpreise dämpfen dagegen seit Jahresbeginn die Gesamtteuerung." Die Kerninflationsrate, welche die Preisveränderungen bei Nahrungsmitteln und Energie ausschließt, lag demnach unverändert bei 3,0 Prozent.
Die Preise für Energieprodukte lagen trotz der im Januar weggefallenen Preisbremse, der CO2-Preiserhöhung und der ab April erhöhten Mehrwertsteuer für Gas und Fernwärme 1,1 Prozent niedriger als im Vorjahresmonat. Brennholz, Strom und Erdgas verbilligten sich spürbar. Mineralölprodukte verteuerten sich leicht, Fernwärme hingegen stark.
Die Preise für Nahrungsmittel stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,6 Prozent. Molkereiprodukte und frisches Gemüse waren im Mai deutlich günstiger als im Vorjahr. Es verteuerten sich Zucker, Marmelade, Honig und andere Süßwaren sowie Speisefette und -öle, letztere insbesondere wegen eines massiven Preisanstiegs für Olivenöl. Auch die Preise für Obst, Fleisch und Brot stiegen, aber weniger stark.
Dienstleistungen verteuerten sich um 3,9 Prozent. Im April hatte der Anstieg noch bei 3,4 Prozent gelegen. Unter anderem wirkte sich im April letztmalig das seit Mai 2023 gültige Deutschlandticket dämpfend auf die Teuerungsrate der Dienstleistungen aus.
"Der leichte Anstieg der Inflation im Mai ist kein Grund zur Sorge. Der abwärtsgerichtete Trend bei der Inflation ist weiter intakt", erklärte Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung. Im Mai hätten sich vor allem Sonderfaktoren wie das Deutschlandticket ausgewirkt.
A.Ruiz--AT