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1:1 in Berlin: "Super-Bayern" wieder ohne Sieg
Der erneute Durchmarsch von Dauermeister Bayern München in der Fußball-Bundesliga gerät ins Stocken. Die "Super-Bayern" blieben beim 1:1 (1:1) im hart umkämpften Spitzenspiel bei Union Berlin zum zweiten Mal in Folge sieglos und verloren die Tabellenführung. Die Generalprobe für den Champions-League-Auftakt in vier Tagen bei Inter Mailand fiel ernüchternd aus.
Union darf dagegen am Donnerstag mit viel frischem Selbstvertrauen gegen den belgischen Vizemeister Royale Union Saint-Gilloise in die Europa League starten. Die Köpenicker sind in der Liga nun saisonübergreifend seit zwölf Spielen ungeschlagen und festigten die Position im oberen Tabellendrittel. Sheraldo Becker (12.) hatte die Berliner in Führung gebracht, Nationalspieler Joshua Kimmich (15.) traf für den FC Bayern.
Nagelsmann rotierte im Vergleich zum mühelosen Pokalerfolg bei Viktoria Köln wie erwartet kräftig. Unter anderem rückten Benjamin Pavard, Dayot Upamecano sowie die Nationalspieler Jamal Musiala und Leroy Sane in die Startelf zurück. Union musste derweil auf sein Top-Duo im Angriff verzichten, weil Neuzugang Jordan Siebatcheu mit muskulären Problemen ausfiel. Becker überzeugte auch ohne seinen Sturmpartner.
Die Bayern begannen druckvoll, ließen Ball und Gegner laufen. Häufig suchte der Rekordmeister den Weg über die pfeilschnellen Außen, Alphonso Davies und Kingsley Coman liefen sich gegen die kollektiv verteidigenden Berliner jedoch wie auch Sane oder Musiala im Zentrum fest. Union lauerte auf Konter - und war gleich mit der ersten gefährlichen Offensivaktion erfolgreich.
Nach einer Hereingabe von Kapitän Christopher Trimmel löste sich Becker von Superstar Sadio Mane und brachte das mit 22.012 Zuschauern ausverkaufte Stadion An der Alten Försterei zum Beben. Drei Minuten später sorgte Kimmich für den kurzzeitigen Stimmungskiller: Der Nationalspieler nutzte das Durcheinander im Berliner Strafraum nach einer Ecke.
Das Duell wurde intensiver und kampfbetonter. Nickligkeiten und kleinere Fouls schadeten dem Spielfluss. Union kam das entgegen. Die Berliner, die mit hoher Laufbereitschaft überzeugten, gewannen Sicherheit und Selbstvertrauen. Dem FC Bayern gingen gegen das Union-Bollwerk zunehmend die Ideen aus. Immer wieder mussten Angriffe abgebrochen und über die Innenverteidigung neu aufgezogen werden.
Die enorme individuelle Klasse der Bayern blitzte viel zu selten auf. Musiala setzte Sane nach starkem Dribbling in Szene, dieser scheiterte aus kurzer Distanz aber am stark reagierenden Union-Torhüter Frederik Rönnow (36.). Kurz vor der Pause versuchte es Sane mit einem Schlenzer (45.).
Nach dem Seitenwechsel erhöhte München den Druck, der Rekordmeister spielte sich am Berliner Strafraum fest. Wirklich gefährlich wie bei Manes (57.) Abschluss wurde es aber zu selten.
Trainer Julian Nagelsmann reagierte, brachte unter anderem Thomas Müller, der mit seinem 633. Bayern-Pflichtspiel in der klubinternen Liste am Vorstandsvorsitzenden Oliver Kahn vorbeizog. Auch mit Müller stand sich die Bayern-Offensive oft selbst im Weg. Union sorgte durch Konter für Gefahr. Jamie Leweling (75.) scheiterte an Manuel Neuer. Am Ende drückte Bayern gewaltig.
A.Taylor--AT