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Südkoreanische Armee: Nordkorea feuert erneut Rakete ab
Nordkorea hat am Sonntag erneut eine ballistische Rakete abgefeuert. Der südkoreanische Generalstab teilte mit, die Kurzstreckenrakete sei in Richtung Osten aufs Meer abgefeuert worden. Der Raketenstart erfolgte wenige Tage nach der Ankunft eines atomgetriebenen US-Flugzeugträgers in der Region für gemeinsame Militärübungen mit Südkorea.
Der Raketenstart von Sonntag ist der jüngste von zahlreichen Waffentests, die Nordkorea seit Jahresbeginn vorgenommen hat, darunter auch mit einer Interkontinentalrakete. Südkorea und die USA befürchten, dass Pjöngjang auch einen Atomwaffentest vorbereitet. Es wäre der erste solche Test seit 2017. Insgesamt hat Nordkorea seit 2006 sechs Atomwaffen getestet.
"Unser Militär hält sich in voller Bereitschaft und arbeitet eng mit den USA zusammen, während es die Beobachtung und Wachsamkeit verstärkt", erklärte der südkoreanische Generalstab nach dem Raketenstart.
Japans Küstenwache gab nach dem Raketenstart eine Warnung für Schiffe in der betroffenen Region aus. Der japanische Verteidigungsminister Yasukazu Hamada sagte, die Rakete sei außerhalb der Ausschließlichen Wirtschaftszone vor der japanischen Küste eingeschlagen. "Die wiederholten Starts ballistischer Raketen durch Nordkorea sind absolut unverzeihlich, und die bemerkenswerte Verbesserung in seiner Raketentechnologie ist etwas, über das wir nicht hinwegsehen können", sagte Hamada.
Am vergangenen Freitag war erstmals seit rund fünf Jahren ein US-Flugzeugträger in Südkorea eingelaufen. Die Ankunft der nukleargetriebenen "USS Ronald Reagan" und mehrerer Begleitschiffe in der Hafenstadt Busan unterstreiche die "Stärke des Bündnisses zwischen Südkorea und den USA", sagte ein Beamter des Verteidigungsministeriums in Seoul.
Der südkoreanische Präsident Yoon Suk Yeol möchte angesichts der anhaltenden Spannungen mit Pjöngjang die Zahl der gemeinsamen Manöver mit den USA erhöhen. Die nun geplante Übung solle "Nordkorea von Drohungen mit Atomwaffen und Raketen abschrecken", hieß es aus dem südkoreanischen Verteidigungsministerium. Yoon soll am Donnerstag US-Vizepräsidentin Kamala Harris treffen, die in der kommenden Woche Seoul besucht.
Die Politologin Soo Kim vom US-Institut Rand Corporation wies auf den Zeitpunkt des Raketentests zwischen der Ankunft der "USS Ronald Reagan" und Harris' Besuch hin: "Das ist Nordkoreas Art, dem Bündnis seine Missachtung zu zeigen." Washington ist Seouls wichtigster militärischer Verbündeter. Rund 28.500 US-Soldaten sind in Südkorea stationiert, regelmäßig finden gemeinsame Manöver statt. Während die USA und Südkorea auf deren defensivem Charakter beharren, sieht Nordkorea darin eine Übung für eine Invasion.
Offizielle Stellen in Südkorea und den USA warnen seit Monaten, dass Pjöngjang in naher Zukunft erstmals seit 2017 wieder einen Atomwaffentest vornehmen könnte. Das Präsidialamt in Seoul hatte schon am Samstag mitgeteilt, dass es Hinweise auf den geplanten Abschuss einer Rakete von einem Atom-U-Boot gebe. Einen derartigen Test hatte Pjöngjang bereits im Mai absolviert.
Pjöngjang hat seit Jahresbeginn so viele Waffensysteme getestet wie nie zuvor. Am 9. September machte das autoritär geführte Land ein Gesetz öffentlich, das einen atomaren Präventivschlag für zulässig erklärt. Pjöngjang schloss zudem eine atomare Abrüstung des Landes aus.
A.Williams--AT