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Wim Wenders mit japanischem "Nobelpreis der Künste" ausgezeichnet
Der deutsche Regisseur Wim Wenders ist mit dem japanischen Kulturpreis Praemium Imperiale ausgezeichnet worden, der als Nobelpreis der Künste gilt. Er sei einer der Künstler, die dazu beigetragen hätten, "die Weltgemeinschaft zu bereichern", teilte die Japan Art Association am Donnerstag mit. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte ihn bei einem Abendessen in Schloss Bellevue als einen der "größten Filmemacher unserer Zeit" und Visionär.
Neben Wenders wurde der chinesische Künstler Ai Weiwei in der Kategorie Bildhauerei geehrt. Das Preisgeld beträgt etwa 100.000 Euro. Die im Taunus ansässige Stiftung Kronberg Academy, die junge Streichmusiker aus aller Welt ausbildet, wurde mit einem Stipendium für junge Künstler ausgezeichnet.
Steinmeier nannte es laut Redemanuskript eine "großartige Nachricht für unser Land", dass der Preis in diesem Jahr gleich zweimal nach Deutschland geht. "Gerade jetzt, in dieser Zeit des Kriegs und der Krisen, brauchen wir die kreative und verbindende Kraft der Kultur", sagte der Bundespräsident. Politik und Gesellschaft müssten "jetzt dafür sorgen, dass die Kultur in ihrer ganzen Vielfalt überleben, wachsen und gedeihen kann."
Steinmeier verwies darauf, dass die Coronakrise viele Künstlerinnen und Künstler in Existenznot gestürzt habe und dass viele Menschen nicht in Kinos, Museen, Theater oder Opernhäuser zurückgekehrt seien. "Und in diesem Herbst und Winter droht der Kulturbetrieb erneut besonders hart getroffen zu werden, wenn wegen steigender Energie- und Lebensmittelpreise weitere Zuschauer ausbleiben oder Spielstätten unter Kostendruck geraten."
Über Wenders sagte er, dieser habe "dem deutschen Autorenkino weltweit Achtung und Beachtung verschafft." Die Kronberg Academy würdigte er als "geschützten Raum, in dem junge Instrumentalisten ihr Talent entfalten und sich von Weltstars inspirieren lassen können". Geschäftsführer Raimund Trenkler wolle jungen Menschen nahe bringen, Verantwortung für Musik, Mensch und Erde zu übernehmen.
Der aus Düsseldorf stammende Wenders war mit Filmen wie "Paris, Texas" und "Der Himmel über Berlin" bekannt geworden. Er gilt als führender Vertreter des Neuen Deutschen Films der 70er Jahre. 2018 erregte Wenders mit einem Dokumentarfilm über Papst Franziskus Aufsehen, der auf dem Filmfestival in Cannes gezeigt wurde. Die Preisverleihung soll am 19. Oktober in Tokio in Anwesenheit von Prinz Hitachi, dem Onkel von Kaiser Naruhito, stattfinden.
H.Gonzales--AT