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Brantner und Banaszak ermuntern Grüne zu mehr Debatten - vor Start von Parteitag
Die Grünen-Vorsitzenden Franziska Brantner und Felix Banaszak ermuntern ihrer Partei nach dem Abschied von Robert Habeck und Annalena Baerbock zu mehr Debatten. "In den vergangenen Jahren war es ja wirklich oft so, dass Robert und Annalena vorne standen und die Partei folgte", sagte Brantner vor dem Start des Grünen-Parteitags der "taz" (Freitagsausgabe). "Jetzt wollen wir die Mitglieder gerade vor Ort wieder stärker aktivieren, um unsere Kraft auch auf die Straße zu bekommen."
Der Ko-Vorsitzende Banaszak äußerte sich ähnlich. In den vergangenen Jahren habe der Partei oft ein "ernsthafter Austausch" gefehlt, sagte er. "Die Logik war häufig: Wenn einer für uns denkt, dann reicht das aus."
Mit den aktuellen Umfragewerten, sagte Banaszak weiter, gebe sich die Parteispitze nicht zufrieden. Aber dass die Partei bisher in den Umfragen das "Niveau des Wahlergebnisses mit Robert Habeck als Kanzlerkandidaten" habe halten können, sei gleichzeitig keine Selbstverständlichkeit und auch der Arbeit der Doppelspitze zu verdanken.
"Es baut darauf auf, dass wir trotz der unterschiedlichen Perspektiven, die wir mitbringen, immer das Verbindende suchen und finden", sagte der Vorsitzende. In der "Grundorientierung" seien er und Brantner "ohnehin nah beieinander" - aber eben nicht in jeder Einzelfrage, sagte Banaszak: "Wenn Sie am Ende zwei Aussagen nebeneinanderlegen und keinen Unterschied mehr erkennen, dann müsste sich die Partei auch fragen, warum sie eine Doppelspitze wählt."
Der Bundesparteitag der Grünen startet am Freitagnachmittag in Hannover. Es ist ihr erster Parteitag nach der verlorenen Bundestagswahl und dem Abschied der ehemaligen Vorsitzenden und Regierungsmitglieder Robert Habeck und Annalena Baerbock aus der deutschen Politik. In den Mittelpunkt des Parteitags wollen die Grünen-Vorsitzenden Vorschläge für einen sozial gerechten Klimaschutz stellen.
"Die Botschaft des Parteitags ist: Wir stehen für eine Klimapolitik, die konsequent sozial ausgestaltet ist und dafür sorgt, dass die Rechnung nicht bei denen ankommt, die ab dem 20. des Monats nicht wissen, wie sie über die Runden kommen", sagte Banaszak der "taz".
Brantner ergänzte: "Der Umbau hin zur Klimaneutralität ist nicht umsonst zu kriegen. Wir tun nicht mehr so, als wäre das umsonst." Einen größeren Anteil an der Finanzierung müssten diejenigen leisten, "die mit der Förderung und der Verbrennung fossiler Energieträger Geld verdienen".
M.King--AT