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Söder kritisiert Gesetz zu "Fragebogen-Armee" und fordert Wehrpflicht
CSU-Chef Markus Söder hat das Modell der Bundesregierung für einen neuen Wehrdienst als unzureichend kritisiert und die rasche Einführung einer allgemeinen Wehrpflicht gefordert. Die am Mittwoch vom Kabinett verabschiedete Vorlage reiche "natürlich nicht, denn Putin wird sich nicht von einer Fragebogen-Armee abschrecken lassen", sagte der bayerische Ministerpräsident der "Augsburger Allgemeinen" vom Freitag.
Söder verwies auf die Bedrohung, die von Russland für die Nato-Staaten ausgehe. "Deshalb dürfen wir eigentlich keinen Tag warten: Wir brauchen eine richtige Wehrpflicht", forderte der CSU-Chef.
Der Parteichef warnte vor Gefahren für Europa, seit Russlands Präsident Wladimir Putin den Angriffskrieg gegen die Ukraine begonnen hat. "Nach Einschätzungen von Militärexperten könnte Putin zwischen 2027 und 2029 bereit sein, die Nato herauszufordern", sagte Söder. "Wir müssen unsere Bundeswehr massiv stärken, nur so können wir unsere Freiheit verteidigen", sagte er. "Dafür braucht es Geld und mehr Soldaten."
Söder kritisierte, dass der Gesetzentwurf des SPD-geführten Verteidigungsministeriums hinter vielen Erwartungen zurückbleibe: "Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber es braucht mehr", sagte er. "Wir als CSU lassen da nicht locker."
Der verabschiedete Entwurf sieht vor, dass ab dem kommenden Jahr an alle jungen Männer und Frauen ein Fragebogen versandt wird. Männer müssen ihn ausfüllen, für Frauen ist das freiwillig. Dabei soll das Interesse am Dienst in der Bundeswehr abgefragt werden. Geeignete Kandidaten werden dann zur Musterung eingeladen. Diese soll ab Juli 2027 aber für alle 18-jährigen Männer verpflichtend werden, auch wenn sie kein Interesse am Wehrdienst bekundet haben.
R.Lee--AT