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Auswertung: Erst 101 von 579 digitale Behörden-Dienstleistungen komplett umgesetzt
Die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung kommt nach einer Auswertung des Vergleichsportals Verivox kaum voran. Rund sieben Jahre nach dem Start des Projekts seien erst 101 von 579 Behördendienstleistungen, die das Onlinezugangsgesetz vorsieht, komplett digital verfügbar, berichtete der "Spiegel" unter Berufung auf das Portal. Dies seien lediglich 20 mehr als im Vorjahr.
Das Bundesdigitalministerium sah vor allem noch Handlungsbedarf bei Ländern und Kommunen. Auf Bundesseite seien mit Stand November 108 von 115 geplanten Dienstleistungen nach dem Onlinezugangsgesetz verfügbar, hieß es auf AFP-Anfrage.
Laut Verivox lassen sich auf allen Ebenen 105 weitere Dienste teilweise online erledigen, 373 nur analog, wie der "Spiegel" weiter berichtete. Hauptproblem sei, dass die Behörden keine einheitlichen Lösungen auf Basis standardisierter Software entwickelten, sagt Verivox-Experte Jörg Schamberg dem Magazin. "Zudem klaffen eklatante Lücken bei der Digitalausbildung des Personals."
Zu den bereits online nutzbaren Einzelleistungen gehören den Angaben zufolge Anträge auf Arbeitslosengeld, Pflegegeld oder Führerscheine. Komplett offline sind dagegen Insolvenzverfahren, Einträge ins Grundbuch oder Leistungen für Menschen mit Einschränkungen. Insgesamt sind mehr als 6000 kleinere Bürokratieaufgaben in den 579 Diensten gebündelt.
Der Leistung "Personalausweis" etwa sind 36 Einzelleistungen zugeordnet. Den Antrag können Bürger bereits online stellen. Doch für die Ausstellung und 30 andere Einzelleistungen müssen sie noch immer zum Amt. Den höchsten Digitalisierungsgrad hat dem Bericht zufolge noch keine Leistung erreicht. Bei diesem wären die Behörden gut vernetzt und würden Daten untereinander weitergeben.
J.Gomez--AT