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UNO: Zahl der Zwangsvertriebenen wird durch Konflikte und Katastrophen steigen
Angesichts zahlreicher bewaffneter Konflikte und Umweltkatastrophen weltweit wird die Zahl der Zwangsvertriebenen im kommenden Jahr nach Einschätzung der UNO weiter steigen. "2025 werden eskalierende Konflikte, stärkere Naturkatastrophen und andauernde Krisen voraussichtlich zu weiteren Vertreibungen und Leid führen", heißt es in einer Erklärung des UNHCR vom Dienstag. Das UN-Flüchtlingshilfswerk schätzt, dass die Zahl Hilfsbedürftigen im nächsten Jahr auf 139 Millionen Menschen anwachsen könnte.
Dabei sei die Zahl von derzeit 123 Millionen Zwangsvertriebenen bereits so hoch wie nie zuvor. "Wir leben in einer Welt, die von brutalen und scheinbar endlosen Konflikten erschüttert wird, die Leben zerstören und die Menschen auf der Suche nach Sicherheit in die verzweifelte Flucht treiben", erklärte UNHCR-Chef Filippo Grandi anlässlich einer Geberkonferenz in Genf.
Das Flüchtlingshilfswerk will für das kommende Jahr 10,25 Milliarden Dollar (9,73 Milliarden Euro) für seine Hilfsprogramme sammeln, das sind rund 500 Millionen Dollar weniger als die Summe, die für 2024 angestrebt worden war und die nicht einmal zur Hälfte finanziert wurde.
Bei der Geberkonferenz am Dienstag kamen Regierungszusagen in Höhe von 1,14 Milliarden Dollar zusammen. Am meisten sagten die USA mit 200 Millionen Dollar zu, gefolgt von Dänemark und Schweden. Zusammen mit den Zusagen privater Spender lag die Zahl der Gesamtzusagen bei 1,5 Milliarden Dollar.
Grandi warnte bei der Konferenz angesichts der "äußerst fragilen" Waffenruhe zwischen Israel und der pro-iranischen Hisbollah-Miliz insbesondere vor einem Wiederaufflammen der Kämpfe im Libanon. Er kam zudem auf die Offensive dschihadistischer Milizen im benachbarten Syrien zu sprechen, infolge derer UN-Angaben zufolge seit Mittwoch fast 50.000 Menschen in die Flucht getrieben wurden.
Grandi zufolge kehrten mehr als 400.000 Menschen, die wegen des Bürgerkrieges in Syrien in den Libanon geflohen waren, infolge der israelischen Luftangriffe von dort in ihre Heimat zurück. Zugleich würden zahlreiche Menschen in den Libanon zurückkehren, die ihrerseits in Syrien Schutz gesucht hätten.
Als "sehr besorgniserregend" bezeichnete Grandi zudem die Lage im Sudan, wo 20 Monate nach dem Ausbruch der Kämpfe zwischen der sudanesischen Armee und der paramilitärischen RSF-Miliz kein Ende des Bürgerkrieges in Sicht sei. Über zwölf Millionen Menschen und damit mehr als ein Viertel der Bevölkerung des ostafrikanischen Landes seien auf der Flucht.
Der UNHCR-Chef verwies zudem auf die "enormen humanitären Auswirkungen" des russischen Angriffskrieges in der Ukraine. Dorthin soll 2025 der größte Teil der UNHCR-Hilfen gehen, insgesamt sind Ausgaben in Höhe von 550 Millionen Dollar für Kiew geplant. Weitere Gelder sind unter anderem für den Libanon, Äthiopien, Jemen und den Südsudan vorgesehen.
A.Ruiz--AT