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Wegen Evergrande-Pleite: China sperrt Wirtschaftsprüfer PwC für sechs Monate
Die chinesischen Behörden haben die Wirtschaftsprüfer des Branchenriesen Pricewaterhouse Coopers (PwC) wegen ihrer Rolle bei der Pleite des Immobilienkonzerns Evergrande für sechs Monate gesperrt. PwC habe bei der Prüfung des Evergrande-Geschäfts gegen Sorgfaltspflichten verstoßen, erklärte das Finanzministerium in Peking am Freitag. Neben der Sperre muss das US-Unternehmen demnach 441 Millionen Yuan (56 Millionen Euro) Strafe zahlen und seine Niederlassung in Guanzhou schließen.
PwC räumte ein, bei der Buchprüfung von Evergrande "inakzeptabel niedrige" Standards angewandt zu haben. "Nach einer gründlichen Untersuchung haben wir dafür gesorgt, dass Maßnahmen ergriffen werden, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen", erklärte PwC-Chef Mohamed Kande.
Evergrande war einst der größte Bauunternehmer Chinas - und als solcher Symbol der Krise des Sektors. Das Unternehmen ist zahlungsunfähig und hat Schulden in Milliardenhöhe angehäuft. PwC habe es versäumt, "die gebotene professionelle Skepsis aufrechtzuerhalten, korrekte fachliche Beurteilungen vorzunehmen und den Finanzbetrug von Evergrande Real Estate, der von großem Ausmaß und hoher Bedeutung war, aufzudecken", erklärte das Finanzministerium.
Im August hatten die Insolvenzverwalter von Evergrande in Hongkong bereits Klage gegen PwC eingereicht. Die Wirtschaftsprüfer sehen dennoch weiterhin eine Zukunft für ihre Geschäfte in der Volksrepublik. "China bleibt ein wichtiger Teil des PwC-Netzwerks und ich habe weiterhin Vertrauen in die Partner und Mitarbeiter des Unternehmens in China, während wir gemeinsam daran arbeiten, das Vertrauen wiederherzustellen", erklärte Kande.
B.Torres--AT