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Bahn plant wegen höherer Trassenpreise Einschnitte beim Fernverkehrsangebot
Die Deutsche Bahn plant wegen steigender Trassenpreise im kommenden Jahr offenbar eine Reihe von Fernverkehrsverbindungen zu streichen - besonders betroffen wäre Ostdeutschland. Grund dafür sei die Eigenkapitalerhöhung bei der Bahn, welche die Infrastruktursparte dazu zwinge, die Schienenmaut stark anzuheben, berichtete der "Spiegel" unter Berufung auf ein vertrauliches Schreiben des Konzerns an die Bundesnetzagentur. Kritik an den Überlegungen kam am Mittwoch von den Grünen.
Bei der Schienenmaut handelt es sich um eine Gebühr für die Nutzung des Schienennetzes. Diese sogenannten Trassenpreise werden von der Infrastruktursparte der Bahn erhoben. Die Trassenentgelte seien ein "maßgeblicher Kostenbestandteil im Schienenpersonenfernverkehr", erklärte die Bahn am Mittwoch dazu. Die Erhöhung der Trassenentgelte im angekündigten Umfang stelle die DB Fernverkehr AG "daher in der Tat vor erhebliche Herausforderungen und kann angesichts der derzeit herausfordernden wirtschaftlichen Lage nicht kompensiert werden".
Sollte die Erhöhung in der angekündigten Größenordnung, "die deutlich über dem durchschnittlichen inflationsbedingten Kostenanstieg liegt", direkt an die DB Fernverkehr AG weitergegeben werden, seien Angebotsreduktionen und auch höhere Ticketpreise unumgänglich, fuhr der Bahn-Konzern fort. Schlecht ausgelastete Züge wären dann nicht mehr tragbar und das Angebot müsse entsprechend reduziert werden.
Zu konkreten Verbindungen äußerte sich die Bahn nicht. Laut "Spiegel" sind besonders Orte in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern betroffen. Dabei handelt es sich unter anderem um IC-Verbindungen zwischen Gera und Köln und zwischen Norddeich Mole und Leipzig. Wie das Magazin weiter berichtete, muss der Konzern wohl außerdem wegen der schwachen Auslastung das ICE-Angebot nach Stralsund und an die Ostsee in der Nebensaison stark reduzieren.
Die Grünen wollen zusammen mit Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) "alles daransetzen, dass das nicht passiert", sagte Parteichef Omid Nouripour den Sendern RTL und ntv zu den geplanten Streichungen. "Das gehört zur Daseinsvorsorge, dass die Menschen auch ohne Auto reisen können", fuhr er fort. Dementsprechend werde es Gespräche geben. "Es braucht nicht weniger Erreichbarkeit, es braucht mehr Erreichbarkeit", sagte auch die Parlamentarische Geschäftsführerin der Partei, Irene Mihalic.
D.Johnson--AT