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Ifo: Weniger Preiserhöhungen im Lebensmittelhandel - mehr im Großhandel
Weniger Unternehmen im Lebensmittelhandel in Deutschland planen einer Ifo-Umfrage zufolge Preiserhöhungen. Insgesamt dürften aber mehr Betriebe die Preise nach oben schrauben als noch im Oktober, was vor allem auf unternehmensnahe Dienstleister und den Großhandel zurückzuführen ist, wie das Münchener Forschungsinstitut am Mittwoch mitteilte. Die vom Ifo ermittelten Preiserwartungen stiegen in der Gesamtwirtschaft von 15,4 Punkte auf 18,0 Punkte.
Zwar sind die Preispläne im Einzelhandel, insbesondere im Lebensmittelhandel, weiter auf vergleichsweise hohem Niveau, verglichen mit dem Vormonat ist aber ein teils deutlicher Rückgang zu beobachten. So sank der Index in der Branche von 40,7 Punkten im Oktober auf aktuell 34,2 Punkte.
"Damit ist die Inflation weiter auf dem Rückzug", erklärte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. Zwar dürfte die Inflationsrate im Dezember vorübergehend noch einmal auf etwa vier Prozent steigen, "hier kommt aber vor allem ein Basiseffekt zum Vorschein", führte er aus. Im Vorjahr waren die Gaspreise durch staatliche Unterstützung im Dezember deutlich gesunken. Zu Beginn des kommenden Jahres werde die Inflationsrate auf unter drei Prozent sinken, so Wollmershäuser.
Neben dem Einzelhandel wollten auch in der Industrie weniger Unternehmen höhere Preise verlangen. Dort gaben vor allem die Preiserwartungen bei den Automobilherstellern "kräftig nach", so die Ifo-Forschenden. Gleichzeitig würden die Preise der Unternehmen im Baugewerbe weniger stark sinken als noch im Oktober.
Die Preise für Importgüter gingen derweil im Oktober verglichen mit dem Vorjahr erneut stark um 13 Prozent zurück, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Verantwortlich dafür sei vor allem ein Basiseffekt: Nach Beginn des Ukraine-Kriegs im vergangenen Jahr waren die Preise steil gestiegen. Wie bereits in den Vormonaten waren insbesondere die Energiepreise für den starken Rückgang im Jahresvergleich verantwortlich.
Ohne Berücksichtigung der Energiepreise lagen die Preise für Importgüter im Oktober dieses Jahres 3,3 Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Gegenüber September 2023 stiegen sie leicht um 0,1 Prozent an.
H.Thompson--AT