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Dank Bellingham und Kane: England gewinnt Thriller gegen Mexiko
Jude Bellingham und Harry Kane haben die berauschende "Fiesta Mexicana" bei der Fußball-WM gemeinsam beendet und England dem ersehnten Titel einen großen Schritt nähergebracht. In der zuvor uneinnehmbaren Festung Aztekenstadion setzten sich die Three Lions von Teammanager Thomas Tuchel in einem spektakulären Schlagabtausch mit 3:2 (2:1) gegen Co-Gastgeber Mexiko durch – und fordern nun im Viertelfinale von Miami am Samstag (23.00 Uhr MESZ) Norwegen um Tormaschine Erling Haaland.
Bellingham (36./38.) schockte die Gastgeber mit einem Doppelschlag innerhalb von 98 Sekunden, Kane (60.) ließ England per Foulelfmeter und seinem sechsten Turniertreffer endgültig vom ersten WM-Titel seit 1966 träumen. Doch Mexiko blieb durch die Anschlusstreffer von Julian Quinones (42.) und Raúl Jiménez (69., Foulelfmeter) immer dran, spielte zudem nach der Roten Karte gegen Jarell Quansah (54.) lange in Überzahl - und verlor letztlich doch erstmals in seiner Geschichte ein WM-Spiel im ikonischen Nationalstadion in Mexiko-Stadt. Nach dem Aus von Kanada verabschiedete sich der zweite von drei Gastgebern unter Tränen im Achtelfinale.
Tuchel hatte dem Gastgeber bei der englischen Rückkehr ins legendäre Azteca-Stadion – 40 Jahre nach dem WM-Viertelfinale gegen Argentinien mit der "Hand Gottes" und Diego Maradonas "Jahrhunderttor" – wegen der Höhenlage von über 2200 Metern und der Unterstützung der Fans einen "klaren Vorteil" eingeräumt. Schon lange vor dem Anpfiff herrschte in Mexiko-Stadt und weiten Teilen Nordamerikas grün-weiß-rote Ausnahmestimmung.
Die mexikanischen Anhänger ließen nichts unversucht: In der Nacht wurden Kane und Co. mit Leuchtraketen rund ums Teamhotel wach gehalten, bei der Stadionankunft wurde der englische Teambus mit Schaumstoff-Sprays besprüht und bei der Hymne des Gegners laut gepfiffen. Das Spiel begann aufgrund eines Unwetters zudem wie schon das mexikanische Sechzehntelfinale gegen Ecuador (2:0) mit einer Stunde Verspätung.
Die Mexikaner, die in ihrem Nationalstadion seit dem Bau vor 60 Jahren in 89 Länderspielen nur zweimal verloren hatten, waren mit vier Zu-Null-Siegen durch den bisherigen Turnierverlauf gestürmt. Nun wartete der erste richtige Härtetest. El Tri überließ den Gästen die Spielkontrolle und setzte gezielte Nadelstiche, mit der ersten guten Gelegenheit prüfte Jiménez England-Keeper Jordan Pickford per Kopf (15.).
England fehlten im strömenden Regen die Ideen, bis Bukayo Sakka einen Geistesblitz hatte und Bellingham locker einköpfen konnte. Mexiko war nach dem ersten Gegentor im Turnier geschockt, England nutzte das eiskalt aus: Nach einem Ballgewinn im Mittelfeld ging es schnell, Kane legte quer, Bellingham schob ein. Tuchel eskalierte an der Seitenlinie, in der 9000 Kilometer entfernten Heimat bebten tief in der Nacht die englischen Pubs.
Doch Mexiko antwortete noch vor der Pause. Und das furios: Quinones hämmerte einen Abpraller zu seinem vierten Turniertreffer ins Netz, Jiménez hatte den Ausgleich auf dem Fuß (45.+1), Bellingham rettete in letzter Not vor dem einköpfbereiten César Montes (45.+4). "Sí se puede" ("Ja, wir schaffen das") hallte immer wieder von den euphorisierten Rängen.
Das Spiel blieb auch nach dem Seitenwechsel ein Spektakel. Nico O’Reilly scheiterte am Pfosten (49.), Quansah musste nach einem überharten Einsteigen und einem umstrittenen VAR-Hinweis vom Platz. Kane blieb nach einem Foul von Torhüter Raul Rangel an Anthony Gordan vom Punkt cool, verursachte dann aber im eigenen Strafstoß selbst einen Elfmeter. Mexiko drängte in Überzahl auf den Ausgleich. Der gelang auch in elf Minuten Nachspielzeit nicht.
J.Gomez--AT