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Wolff appelliert vor Matchball-Spielen: "Schippe drauflegen"
"Nicht von dieser Welt", "eine Wahnsinns-Leistung", "einfach phänomenal": Die Lobeshymnen auf Andreas Wolff nahmen kein Ende. Der Torwart-Held von Deutschlands Handballern blickte nach seiner irrwitzigen 22-Paraden-Show aber bereits auf die beiden Matchball-Spiele fürs EM-Halbfinale voraus - und hatte eine klare Forderung an seine Teamkollegen.
"Jetzt kommen zwei der drei besten Mannschaften der Welt. Da müssen wir insbesondere im Angriff eine Schippe drauflegen, weil die Dänen werden solche Fehler nicht ungestraft lassen", sagte Wolff über das anstehende Duell mit Dänemark im ZDF. "Man kann den Dänen nur auf eine Art Paroli bieten: wenn du hinten richtig hart bist und vorne konsequent und eiskalt."
Mit einem Sieg gegen die dänischen Weltmeister am Montag (20.30 Uhr/ARD) würde Deutschland schon vor Ende der zweiten Turnierphase die Teilnahme am Halbfinale sichern. Gelingt dies nicht, gäbe es am Mittwoch (18.00 Uhr/ZDF) im letzten Hauptrundenspiel gegen Titelverteidiger Frankreich eine weitere Möglichkeit. "Wir müssen von diesen zwei riesigen Chancen, die wir haben, eine nutzen", forderte Bundestrainer Alfred Gislason.
Beim 30:28 (15:17) gegen Norwegen hatten die deutschen Spieler nur 45 Prozent ihrer Abschlüsse im gegnerischen Tor untergebracht und zugleich in der Defensive einige Unkonzentriertheiten offenbart. Dies brachte Wolff, der Deutschland mit 22 teils spektakulären Paraden (44 Prozent) immer wieder im Spiel hielt, sichtbar zum Kochen. "Man hat gesehen, dass die eine oder andere Szene mich nicht begeistert hat – Thema Abpraller", sagte der Kieler Keeper: "Das zieht sich auch durch das Turnier. Hier und da fehlt einfach ein bisschen Cleverness, vorne wie hinten."
Seinen Teamkollegen war der Ärger darüber anzusehen. Zwei befinde man sich mit nun 6:0 Punkten in einer "Traumkonstellation, die wir vor dem Turnier so genommen hätten", sagte Kapitän Johannes Golla: "Wir wissen aber auch, dass wir natürlich über das eine oder andere noch sprechen und besser machen müssen." Und auch Gislason hofft vor dem Duell gegen die Dänen vor 15.000 Zuschauern in der Jyske Bank Boxen in Herning auf eine "andere Leistung als in den letzten beiden Spielen, weil da haben wir uns unglaublich schwergetan". Bei der WM im Vorjahr setzte es ein 30:40 in der Hauptrunde, im Olympia-Finale von Paris ein 26:39.
Damit sich diese dänischen Machtdemonstrationen nicht wiederholen, kommt es auf das gesamte Team an - aber wohl auch wieder auf Wolff. "Ich weiß nicht, was er gefrühstückt hat heute Morgen, aber das soll er bitte übermorgen nochmal frühstücken", sagte sein Teamkollege Lukas Zerbe vom THW Kiel voller Begeisterung. Wolff nahm am späten Samstagabend alle Spieler in die Pflicht: "Wir müssen ein ganz anderes Gesicht zeigen. Wir müssen jetzt schon anfangen mit der Vorbereitung auf dieses Spiel, weil das ist die beste Mannschaft – vielleicht in der Geschichte."
A.Anderson--AT