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Acht-Tore-Wahnsinn: Die zwei Herzen des Steffen Baumgart
Als Steffen Baumgart den Acht-Tore-Wahnsinn von Köpenick aus nächster Nähe beobachtete, schlugen zwei Herzen in seiner Brust. Und obwohl der Fußball-Fan in ihm durchaus genoss, was er dort auf dem Rasen der Alten Försterei sah, musste in der Halbzeitpause der Trainer übernehmen, um zu stoppen, was irgendwie aus den Fugen geraten war.
"Bei mir war es so, dass ich gesagt habe: War schon ein geiles Fußballspiel, aber es wäre schön, wenn es nicht mehr so geil wird in der zweiten Halbzeit", sagte der Coach von Union Berlin nach dem denkwürdigen 4:4 (4:4) gegen den VfB Stuttgart, mit dem sich beide Teams in die Geschichtsbücher eintrugen. Nie zuvor hatte es acht Tore in der ersten Halbzeit eines Bundesligaspiels gegeben.
So ein bisschen kam bei Baumgart aber dann doch der Fußballliebhaber durch. "Ich mag lieber ein 4:4 als ein 0:0. Ich mag auch, wenn der Gegner einen guten Fußball spielt – das macht Stuttgart. Deswegen hat es Spaß gemacht. Ich war heute aber nicht neutral. Deswegen hatte ich Spaß, aber irgendwo auch – nicht gezweifelt, aber gedacht: Ja, das ist ja interessant", sagte er.
Fabian Wohlgemuth, Stuttgarts Sportvorstand, staunte: "Das war in der ersten Halbzeit Gift für Bluthochdruckpatienten. Auch wenn der zweite Abschnitt nicht ganz so wild war." Die acht Tore aus der ersten Hälfte seien "ein Fußballgeschenk für alle Fans" gewesen. VfB-Torwart Alexander Nübel dagegen ächzte im Aktuellen Sportstudio des ZDF: "Für mich war es natürlich nicht so angenehm - vier Tore kassiert in der ersten Halbzeit."
Während Union durch das Remis den Klassenerhalt sicherte, gerät das Ziel Europapokal-Qualifikation für Stuttgart in immer weitere Ferne. Mittlerweile sind es sechs Punkte Rückstand bei vier verbleibenden Spielen. "Solange wir eine kleine Chance haben, werden wir es versuchen. Uns hat keiner auf dem Schirm. Wenn du jetzt von hinten kommst, kann noch alles passieren, wenn du vier Siege holst", sagte Nationalspieler Deniz Undav, der betonte, dass der VfB durch die Teilnahme am DFB-Pokalfinale gegen Arminia Bielefeld am 24. Mai noch "eine zweite Chance" habe.
T.Perez--AT