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St. Pauli strauchelt und macht Kiel zum Herbstmeister
Kiel wird Herbstmeister, der HSV rettet seinem Trainer wohl den Job und Rostocker Problemfans sorgen für erschreckende Bilder: Der Hinrundenabschluss der 2. Fußball-Bundesliga zeigte die schönen und die schlimmen Seiten des Profifußballs.
Der FC St. Pauli verspielte am Sonntag überraschend und völlig unnötig auf den letzten Metern die Herbstmeisterschaft. Die Hamburger kamen nicht über ein 1:1 (0:0) gegen den Aufsteiger SV Wehen Wiesbaden hinaus und mussten Überraschungsteam Holstein Kiel den ersten Tabellenplatz überlassen.
Marcel Hartel (47.) mit seinem achten Saisontor traf für St. Pauli, das ein starkes Kalenderjahr 2023 aber nicht krönte, weil John Iredale (84.) noch der Ausgleich gelang. Die Mannschaft von Trainer Fabian Hürzeler liegt nun mit 33 Punkten zwei Punkte hinter den Kielern.
"Wir sind selbst ein bisschen erstaunt, nehmen das aber gerne mit", sagte der Kieler Geschäftsführer Uwe Stöver nach dem fünften Sieg in Folge. Auch dank zweier Treffer des früheren Bayern-Stürmers Fiete Arp dürfen auch die Störche inzwischen ernsthaft vom Aufstieg träumen.
Die Herbstmeisterschaft schon vergangene Woche verspielt hatte der Hamburger SV. Doch das Team von Tim Walter überwintert immerhin auf dem Relegationsplatz - mit vier Punkten Rückstand nach ganz oben. Das etwas glückliche 2:0 (0:0) beim 1. FC Nürnberg war der ersehnte Befreiungsschlag und rettete dem zuletzt in die Kritik geratenen Coach möglicherweise sogar den Job.
"Im zweiten Durchgang waren wir gut drin. Die Wechsel haben uns dann gutgetan, das Führungstor war der Brustlöser", sagte Walter und resümierte: "Das war ein extrem hartes, intensives Jahr. Die Jungs geben Gas und versuchen, alles zu investieren."
Ein anderer strauchelnder Traditionsverein musste hingegen einen Dämpfer hinnehmen. Nach zuletzt zwei Siegen kam Schalke 04 am Freitag zu Hause nicht über ein Unentschieden hinaus. 2:2 (1:0) hieß es am Ende gegen die SpVgg Greuther Fürth, das als Tabellenfünfter ebenso im Aufstiegsrennen verbleibt wie der Vierte Fortuna Düsseldorf. Die Rheinländer schlugen den FC Magdeburg trotz eines 0:2-Rückstandes zur Pause mit 3:2.
Am Freitagabend hatte der Spieltag bei der Partie zwischen dem SC Paderborn und Hansa Rostock extrem unerfreulich begonnen. Wegen Gewaltexzessen der Auswärtsfans wurde die Partie wurde zweimal unterbrochen und stand vor dem Abbruch. Nach dem erwarteten stummen Protest gegen den sich anbahnenden Investoren-Einstieg bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) zu Beginn der Partie flogen aus dem Hansa-Block Leuchtraketen aufs Feld.
Es folgte blanke Zerstörungswut. Ein neutraler Zuschauer wurde schwer am Kopf verletzt, zahlreiche Ordnungsdienst-Mitarbeiter und zwölf Polizeibeamte erlitten ebenfalls Verletzungen. "Ich habe Bilder der Überwachungskameras gesehen", sagte SCP-Geschäftsführer Martin Hornberger. "Das war Krieg! Das hat mit Fußball und Fankultur absolut nichts mehr zu tun."
SID lk rd
A.Moore--AT