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Wer immer funktioniert, muss nicht noch besser werden
Sohn des letzten Schahs sieht Regierungssystem im Iran vor dem Sturz
Reza Pahlavi, der Sohn des 1979 gestürzten letzten iranischen Schahs, sieht in den anhaltenden Massenprotesten gegen die Regierung in Teheran ein Vorzeichen für eine Umwälzung. "Es ist meiner Meinung nach die erste Revolution für Frauen, durch Frauen", sagte der im Exil in den USA lebende Pahlavi der Nachrichtenagentur AFP. Die islamische Regierung in Teheran werde mit "hoher Wahrscheinlichkeit" nicht mehr lange im Amt sein, der Westen müsse sich darauf vorbereiten.
Er sage seit Langem, dass ein Umsturz im Iran "in wenigen Wochen oder in wenigen Monaten" passieren könne, ergänzte Pahlavi. Die Welt müsse "an eine Alternative denken." Er ergänzte: "Wir müssen die hohe Wahrscheinlichkeit in Betracht nehmen, dass dieses Regime nicht mehr lange existiert." Es sollte demnach eine "kontrollierte Implosion" stattfinden, mit einem sanften, friedlichen Übergang.
Der in einem großen Teil der iranischen Exilgemeinde respektierte Pahlavi betonte, er wolle aber nach einem Sturz der islamischen Republik keine Rückkehr der Monarchie im Iran. Pahlavi sprach sich stattdessen für eine verfassunggebende Versammlung aus, die dem Iran ein neues Grundgesetz geben solle. Es könne "keine echte demokratische Ordnung geben ohne eine klare Definition und Trennung von Kirche und Staat", sagte Pahlavi.
Im Umgang mit dem Kopftuch für Frauen sprach Pahlavi sich für Entscheidungsfreiheit aus. "Frauen können entscheiden, ein Kopftuch zu tragen oder nicht." Das solle aber eine "freie Entscheidung", sein und nicht "aus ideologischen oder religiösen Gründen aufgezwungen".
Pahlavi äußerte zudem Bedenken über eine mögliche Wiederbelebung des 2015 abgeschlossenen internationalen Iran-Atomabkommens durch die USA, die es Teheran ermöglichen würde, wieder Erdöl auf den internationalen Märkten zu verkaufen. Die Annahme westlicher Mächte, sie könnten das iranische "Regime" mit wirtschaftlichen Anreizen dazu bringen "wieder gute Jungs zu sein und sich zu benehmen", sei ein Fehler.
Die Islamische Republik Iran, erklärte Pahlavi, beruhe auf dem Export einer Ideologie. "Mit diesem Regime kann man nicht koexistieren", sagte er.
Am 13. September war im Iran die 22-jährige Mahsa Amini wegen des Vorwurfs festgenommen worden, das islamische Kopftuch nicht den strikten Vorschriften entsprechend getragen zu haben. Nach ihrer Festnahme starb sie unter ungeklärten Umständen auf der Polizeiwache. Seither gibt es im Iran jeden Abend Proteste, gegen die die Sicherheitskräfte gewaltsam vorgehen.
Nach Angaben von Aktivisten wurden bei den Demonstrationen schon mindestens 76 Menschen getötet. Das harte Durchgreifen Teherans gegen die Proteste wird international scharf kritisiert.
D.Johnson--AT