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Selenskyj ruft zu Evakuierung der Region Donezk auf - Süden weiter unter Beschuss
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Bewohner der Region Donezk aufgefordert, das Gebiet im Osten der Ukraine zu verlassen. "Bitte, evakuieren Sie", sagte er am Samstagabend in einer Videoansprache mit Blick auf die russischen Angriffe. Die Ukraine wies derweil russische Anschuldigungen zurück, durch einen Drohnenangriff auf den Generalstab der russischen Schwarzmeerflotte auf der Krim sechs Menschen verletzt zu haben. Aus dem Süden der Ukraine wurden zudem neue, schwere Angriffe gemeldet.
Je mehr Menschen jetzt die heftig umkämpfte Region Donezk verließen, desto weniger Menschen werde die russische Armee töten, erklärte Präsident Selenskyj. "In dieser Phase des Krieges ist der Terror eine der Hauptwaffen Russlands," warnte er. Die Behörden würden bei der Evakuierung helfen, versprach er.
Vize-Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk hatte zuvor die verpflichtende Evakuierung der gesamten Bevölkerung der Region Donezk angekündigt. Die Einwohner müssten sich vor der Heizsaison in Sicherheit bringen, da die Gasnetze zerstört seien, sagte sie im ukrainischen Fernsehen. Im Moment versucht die russische Armee, die Ost-Ukraine komplett einzunehmen, insbesondere die Region Donezk.
Die Ukraine bestritt unterdessen, am Sonntagmorgen den Generalstab der russischen Schwarzmeerflotte in Sewastopol angegriffen zu haben. Die russischen Anschuldigungen seien "eine absichtliche Provokation", sagte ein Sprecher der Regionalverwaltung von Odessa in einem auf Telegram veröffentlichten Video. "Die Befreiung der besetzten ukrainischen Krim wird auf eine andere, viel effektivere Weise erfolgen."
Der Gouverneur der von Russland annektierten Halbinsel, Michail Raswosschjew, hatte zuvor erklärt, bei einem Drohnenangriff auf das Flottenhauptquartier in Sewastopol seien sechs Menschen verletzt worden. Raswosschjew machte "ukrainische Nationalisten" dafür verantwortlich, die Russland "den Tag der russischen Flotte verderben" wollten.
Aus dem Süden der Ukraine wurden zudem erneut heftige Angriffe gemeldet. Die Stadt Mykolajiw sei am Sonntagmorgen "massiv" und "wahrscheinlich so stark wie nie" unter Beschuss genommen worden, erklärte der Bürgermeister Oleksandr Senkewytsch im Online-Dienst Telegram. Demnach wurde eine Reihe von Wohngebäuden beschädigt, mehrere Brände brachen aus.
Im Krankenhaus in Mykolajiw erlagen zwei Männer ihren Verletzungen nach einem Angriff auf eine Bushaltestelle am Freitag. Die Zahl der Todesopfer dieses Angriffs stieg damit auf sieben.
Die südliche Regionalhauptstadt war in den vergangenen Wochen fast täglich angegriffen worden. In der von Russland eroberten benachbarten Region Cherson hatte die ukrainische Armee zuletzt eine Gegenoffensive gestartet.
Auch andere ukrainische Städte im Süden, Osten und Nordosten des Landes wie Charkiw und Slowjansk wurden am Wochenende beschossen. Ein Vertreter der nordöstlichen Region Sumy meldete, dass bei etwa 50 Raketenangriffen am Samstagabend eine Person getötet und zwei verwundet worden seien.
Nach dem Angriff auf ein Gefängnis in der Ostukraine mit dutzenden Toten hatte die Ukraine die Uno und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) zur Überwachung der Lage aufgefordert. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte an beide Organisationen appelliert, "das Leben von Hunderten von ukrainischen Kriegsgefangenen" zu schützen. Laut ukrainischen Angaben ist Russland für den Angriff verantwortlich, Moskau bestreitet dies jedoch.
In der Haftanstalt in Oleniwka im von pro-russischen Separatisten besetzten Osten der Ukraine befanden sich viele Kämpfer des ukrainischen Asow-Regiments, das sich im Mai den russischen Truppen ergeben hatte. Laut Selenskyj wurden bei dem Angriff am Freitag mehr als 50 ukrainische Kriegsgefangene getötet, Moskau sprach am Samstag von 50 Toten und 73 Schwerverletzten.
E.Hall--AT