-
Gesundheitswesen soll stärker in deutsche Gesamtverteidigung eingebunden werden
-
Trump nach Midterms: Veto, Kabinettsumbildung und Konflikt mit dem Kongress
-
Geheimgefängnis bei Kiew nach gewaltsamen Auseinandersetzungen untersucht
-
Abdul El-Sayed gewinnt in Michigan und wird erster muslimischer US-Senator
-
Reservekraftwerk-Ausschreibung stärkt Marktposition von RWE und LEAG
-
Ermittler durchsuchen Vorstandsbüros der National-Bank
-
Merz sagt Selenskyj weitere Ukraine-Hilfe und europäischen Gipfel zu
-
Trump kündigt Ende des milliardenschweren Israel-Hilfsprogramms an
-
Russischer Angriff auf Dorf in Saporischschja fordert mindestens 33 Tote
-
Trump will jährliche US-Militärhilfe für Israel bis Jahresende beenden
-
Polizeigewerkschaft warnt vor Folgen einer AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt
-
Digitalisierung des Bundeswehr-Heeres verzögert sich und verteuert sich
-
Südafrikas Kommunalwahlen stehen im Zeichen kommunaler Versorgungskrisen
-
Polizeieinsätze gegen linke Proteste lösen Debatte über staatliche Härte aus
-
Fünfzehn Jahre nach dem NSU bleiben Fragen zu Unterstützern offen
-
Hakeem Jeffries steht vor dem Aufstieg zum mächtigsten Demokraten im Kongress
-
Demokraten gewinnen in Texas Senatssitz und Gouverneursamt
-
Demokraten erobern bei US-Zwischenwahlen beide Kongresskammern
-
Abdul El-Sayed gewinnt Senatssitz in Michigan und schreibt Geschichte
-
Trump signalisiert nach Midterms Gesprächsbereitschaft mit den Demokraten
Tausende Sadr-Anhänger besetzen "bis auf weiteres" irakisches Parlament
Erneut haben Anhänger des einflussreichen Schiiten-Führers Moktada Sadr das irakische Parlament in der Hauptstadt Bagdad gestürmt und besetzt. "Die Demonstranten kündigen einen Sitzstreik bis auf weiteres an", teilte Sadrs Bewegung am Samstag in einer Erklärung über den Onlinedienst WhatsApp mit, die von der staatlichen Nachrichtenagentur INA verbreitet wurde.
Im Fernsehen forderte Regierungschef Mustafa al-Kadhemi die politischen Blöcke dazu auf, "sich hinzusetzen, um zu verhandeln und sich zu einigen". Seit den vorgezogenen Parlamentswahlen im Oktober beschränkt sich die amtierende Regierung darauf, die laufenden Geschäfte abzuwickeln.
Tausende Demonstrierende hatten sich am Samstag zunächst zum Protest am Eingang zur streng gesicherten grünen Zone in Bagdad versammelt. Von dort überwanden einige Sadr-Anhänger die aufgestellten Betonbarrieren und drangen erst in die grüne Zone, dann in das dort gelegene Parlamentsgebäude ein. Am Mittwoch hatten Demonstrierende bereits kurzzeitig die Volksvertretung besetzt.
Die Demonstrierenden protestieren gegen die Kandidatur von Mohammed Schia al-Sudani für das Amt des Ministerpräsidenten, den eine Allianz pro-iranischer Schiiten - der sogenannte Koordinationsrahmen - aufgestellt hat. Dem gehören Abgeordnete aus der Partei des ehemaligen Regierungschefs Nuri al-Maliki und der iranfreundlichen Fatah-Allianz an, dem politischen Arm der schiitisch geführten, ehemaligen paramilitärischen Gruppe Hashed al-Shaabi.
Die Regierungsbildung steckt seit Monaten ebenso wie die Wahl eines neuen Präsidenten in einer Sackgasse. Solange es keinen neuen Präsidenten gibt, kann auch keine neue Regierung gebildet werden.
Der Konvention nach geht das Amt des Ministerpräsidenten an einen Führer der schiitischen Mehrheit des Irak. Sadr war mit seinem Bündnis als stärkste Kraft aus den Parlamentswahlen im Oktober hervorgegangen, konnte aber keine Mehrheit stellen.
Der Volkstribun, Prediger und einstige Milizenführer Sadr zieht in der Politik im Irak seit Jahren die Fäden. Sadr stammt aus einer der wichtigsten Kleriker-Familien des Landes und hatte sich in den vergangenen Jahren als Vorkämpfer gegen die grassierende Korruption stilisiert.
In einer der für ihn typischen Kehrtwenden hatte der Schiitenführer im Juni dafür gesorgt, dass sich seine 73 Abgeordneten geschlossen aus dem 329-köpfigen Parlament zurückzogen. Das wurde Sadr als Versuch ausgelegt, Druck auf seine Rivalen auszuüben, um die Regierungsbildung zu beschleunigen. Aber im selben Monat wurden 64 neue Parlamentarier eingeschworen, mit denen der pro-iranische Block zum größten im Parlament wurde.
Die Mobilisierung der Massen sei eine klare Botschaft Sadrs an seine Rivalen gewesen, dass es "ohne seine Zustimmung" keine Regierung gebe, hatte der Politikwissenschaftler Ali al-Baidar nach der ersten Parlamentsbesetzung erklärt.
Die Sicherheitskräfte gingen am Samstag mit Wasserwerfern und Tränengas gegen die Demonstrierenden vor. Laut Gesundheitsministerium wurden mindestens hundert Demonstrierende und 25 Sicherheitskräfte verletzt.
"Das ganze Volk ist mit dir, Sajid Moktada", hatte die Menge beim Protest skandiert. "Sajid" weist Sadr als Nachfahren des islamischen Propheten Mohammed aus. "Die Korrupten wollen wir nicht, und wir wollen nicht diejenigen, die wir schon gesehen haben", sagte Sadr-Anhänger Haydar al-Lami.
D.Johnson--AT