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Abrechnungsbetrug in Millionenhöhe: Ermittlungen gegen 71-jährigen Arzt in Bayern
In Bayern wird gegen einen 71-jährigen Arzt wegen des Verdachts des Abrechnungsbetrugs in Millionenhöhe ermittelt. Der Mediziner soll sich über Jahre hinweg selbst Medikamente verordnet haben, teilte die bei der Generalstaatsanwaltschaft Nürnberg angesiedelten Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Betrug und Korruption im Gesundheitswesen am Montag mit. Die Verordnungen soll der Arzt mit nachgeahmten Stempeln und Abrechnungsdaten zweier Apotheken versehen haben.
In 159 Fällen habe er diese Unterlagen bei seiner privaten Krankenversicherung eingereicht, obwohl er die Medikamente weder erhalten noch bezahlt habe. Der Versicherung entstand demnach ein Schaden von mehr als einer Million Euro. Die Taten sollen zwischen November 2020 und Juli 2025 begangen worden sein.
Der Mann wurde Anfang November mit einem Haftbefehl festgenommen. Bei der zeitgleichen Durchsuchung beschlagnahmten die Ermittler Unterlagen, Datenträger und zwei Schlagringe. Zudem wurden im Rahmen eines Vermögensarrests unter anderem zahlreiche hochwertige Handtaschen und Schmuck im Wert von mehr als 220.000 Euro beschlagnahmt.
Auslöser der Ermittlungen war eine Anzeige der privaten Krankenversicherung, die Unregelmäßigkeiten festgestellt hatte. Der Beschuldigte räumte die Vorwürfe teilweise ein. Der Haftbefehl wurde gegen Meldeauflagen außer Vollzug gesetzt. Gegen den Mediziner aus dem Landkreis Miesbach wird neben Abrechnungsbetrug auch wegen Urkundenfälschung und Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt.
W.Moreno--AT