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Belgiens König zeichnet letzten kongolesischen Veteranen des Zweiten Weltkriegs aus
Der belgische König Philippe hat am Mittwoch bei einem Besuch in der Demokratischen Republik Kongo den letzten Veteranen ausgezeichnet, der für die belgische Armee im Zweiten Weltkrieg kämpfte. Der 100 Jahre alte Hauptgefreite Albert Kunyuku und der belgische Monarch schüttelten sich lange die Hände, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Kunyuku ist der letzte Überlebende der kolonialen Streitkräfte Belgiens.
König Philippe war am Dienstag zu einem sechstägigen Besuch in der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa eingetroffen. Der Besuch soll zur Aussöhnung zwischen Belgien und dem riesigen Land im Zentrum Afrikas beitragen, in dem während der belgischen Kolonialherrschaft zahlreiche Verbrechen begangen wurden.
Philippe besuchte am Mittwoch eine Gedenkstätte für Kriegsveteranen in Kinshasa und legte dort einen Kranz nieder. Kunyuku war 1940 in die belgischen Streitkräfte aufgenommen worden. Er wurde unter anderem im heutigen Myanmar eingesetzt.
Die belgische Kolonialpolitik war eine der härtesten, die den afrikanischen Ländern im 19. und 20. Jahrhundert von europäischen Staaten aufgezwungen wurden. Der damalige belgische König Leopold II. beherrschte das Land, das heute als Demokratische Republik Kongo bekannt ist, von 1885 bis 1908. Er betrachtete die Kolonie als sein persönliches Eigentum.
Danach wurde das Land eine belgische Kolonie. Nach Einschätzung von Historikern wurden Millionen von Menschen getötet, verstümmelt oder starben an Krankheiten, als sie zum Sammeln von Kautschuk gezwungen wurden. Das Land wurde auch wegen seiner Naturreichtümer ausgebeutet.
2020 schrieb König Philippe an den kongolesischen Präsidenten Félix Tshisekedi einen Brief, in dem er sein "tiefstes Bedauern" über die "Wunden der Vergangenheit" äußerte.
Während Philippes Besuch wurde jedoch auch Kritik laut. Aus Sicht einiger Kongolesen war die Ehrerbietung für Kunyuku lediglich kosmetischer Natur. "Man muss auch die Familien der Veteranen entschädigen, die ihr Leben in einem Krieg verloren, der sie nicht betraf", sagte die 43-jährige Krankenschwester Madeleine Yowa. Die Straßenverkäuferin Marie-Thérèse Bakuku sprach sich ebenfalls für Reparationen aus. Es habe "tausende" kongolesische Kriegsveteranen gegeben, sagte sie.
A.Taylor--AT