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Präsidentschaftswahl in Ecuador: Amtsinhaber Noboa in Nachwahlbefragungen vorn
Bei der Präsidentschaftswahl in Ecuador sehen die auf Nachwahlbefragungen basierenden Prognosen den rechtsgerichteten Amtsinhaber Daniel Noboa in Führung. In den kurz nach Schließung der Wahllokale am Sonntagabend (Ortszeit) veröffentlichten Erhebungen lag Noboa bei etwas über 50 Prozent der Stimmen. Seine linksgerichtete Rivalin kam demnach bei 42 Prozent. Zu der Wahl waren 13,7 Millionen Bürgerinnen und Bürger im Alter zwischen 18 und 65 Jahren aufgerufen gewesen.
Die Prognosen deuteten darauf hin, dass die Auszählung der Stimmen zu einer Zitterpartie werden könnte. Denn nur bei einem Stimmenanteil von mehr als 50 Prozent oder einem Vorsprung von mindestens zehn Prozentpunkten hätte Noboa die Wahl bereits in der ersten Runde für sich entschieden. Andernfalls würde erst in einer Stichwahl entschieden, wer künftig an der Spitze des südamerikanischen Landes steht.
Noboa - mit 37 Jahren einer der jüngsten Präsidenten der Welt - war als Favorit in die Wahl gegangen. In den Umfragen vor dem Urnengang hatte der Millionär und Geschäftsmann vorn gelegen, obwohl seine Amtszeit nur kurz und von einem Anstieg der Gewalt überschattet war.
Seine Rivalin González wird von dem im Exil lebenden, aber immer noch einflussreichen linksgerichteten Ex-Präsidenten Rafael Correa unterstützt. Sie hat Anhänger vor allem in ärmeren Gesellschaftsschichten und in ihrer Heimatregion an der Pazifikküste.
Noboa und González waren bereits bei der vorgezogenen Wahl 2023 gegeneinander angetreten. In einer Stichwahl im Oktober 2023 setzte sich Noboa dann knapp durch.
Das kleine, ehemals als relativ sicher geltende Ecuador hat sich in den vergangenen Jahren zu einer Drehscheibe des internationalen Drogenhandels entwickelt. Kartelle und Banden kämpfen um Reviere und um Schmuggelrouten, über die Kokain und andere Drogen aus den Nachbarländern Kolumbien und Peru nach Europa, Australien und in die USA gelangen.
Noboa versucht, hart gegen die Drogenkartelle vorzugehen. Seine Gegner werfen ihm aber unter anderem vor, dabei bewusst Menschenrechtsverletzungen in Kauf zu nehmen.
A.Taylor--AT