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Mehrtägige Trauerfeierlichkeiten für verstorbenen Ex-US-Präsidenten Jimmy Carter
Nach dem Tod von Jimmy Carter bereiten sich die USA auf den Abschied von dem früheren Präsidenten und Friedensnobelpreisträger vor. Geplant sind mehrtägige Trauerfeierlichkeiten in seinem Heimat-Bundesstaat Georgia und in der Hauptstadt Washington. Am Samstag wird Carters Leichnam zunächst in einer Kolonne durch seinen Heimatort Plains zu der Erdnussfarm seiner Eltern gefahren, wie das Militär mitteilte.
Ein weiterer Zwischenhalt ist das Kapitol in Atlanta. Anschließend wird der verstorbene Präsident im Carter Center aufgebahrt, bevor sein Leichnam am 7. Januar nach Washington geflogen wird, wo er im US-Kapitol aufgebahrt wird. Zwei Tage später findet in der Washington National Cathedral das Staatsbegräbnis statt, bevor Carter schließlich in Plains beerdigt wird.
Der frühere US-Präsident war drei Monate nach seinem 100. Geburtstag in seinem Haus in Plains im Kreise seiner Familie gestorben, wie seine Stiftung am Sonntag bekanntgab. Der Demokrat war von 1977 bis 1981 US-Präsident, 2002 wurde er für sein humanitäres Engagement mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.
Staats- und Regierungschefs weltweit würdigten nach Carters Tod dessen Einsatz als Vermittler für Frieden und Demokratie. US-Präsident Joe Biden bezeichnete ihn als "außergewöhnlichen Staatsmann" und erklärte den 9. Januar zu einem nationalen Trauertag zu Ehren Carters. Über dem Weißen Haus und an Gebäuden im ganzen Land wehten die US-Flaggen am Montag auf Halbmast.
Der Ex-Präsident hinterlässt drei Söhne und eine Tochter. In den vergangenen zwei Jahren hatte er zu Hause Palliativpflege erhalten. Zum letzten Mal war er im November vergangenen Jahres beim Begräbnis seiner im Alter von 96 Jahren verstorbenen Ehefrau Rosalynn in der Öffentlichkeit aufgetreten - im Rollstuhl und mit einer Decke auf den Knien, die ein Bild des 77 Jahre lang verheirateten Paares zeigte.
Am 1. Oktober feierte Carter seinen 100. Geburtstag. Er war der älteste noch lebende US-Präsident und der bisher einzige, der das Alter von 100 Jahren erreichte.
Der Demokrat galt als glückloser Präsident. Zwar gelang es ihm, eine als Camp-David-Abkommen bekannt gewordene Einigung zwischen Israel und Ägypten auszuhandeln, die den Kriegszustand zwischen beiden Ländern beendete und zu einem Friedensvertrag führte. Doch fiel in seine Amtszeit auch die Geiselkrise im Iran und der fehlgeschlagene Befreiungsversuch des US-Militärs für die 52 in der US-Botschaft in Teheran festgehaltenen Geiseln.
Als er 1980 abgewählt wurde, haftete Carter der Ruf eines weltfremden Idealisten an, dem als Staatsmann die politische Durchsetzungskraft fehlte. Später aber wurde er immer wieder als "bester Ex-Präsident" des Landes gewürdigt. Carter baute auf seinen Idealen eine zweite Karriere als Kämpfer für Frieden und Menschenrechte auf. 2002 erhielt er dafür den Friedensnobelpreis.
R.Garcia--AT