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Tote und Verletzte bei israelischem Angriff im Jemen - WHO-Chef unversehrt
Bei israelischen Angriffen auf den internationalen Flughafen der jemenitischen Hauptstadt Sanaa und weitere Ziele in dem Bürgerkriegsland sind am Donnerstag nach Angaben der Huthi-Rebellen sechs Menschen getötet worden. Der Chef der Weltgesundheitsorganisation WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, der sich während des Angriffs am Flughafen von Sanaa aufhielt, blieb unverletzt.
Ein Besatzungsmitglied sei bei dem Angriff verletzt worden, erklärte WHO-Chef Tedros im Onlinedienst X. Er und weitere UN-Vertreter hätten den Angriff hingegen unbeschadet überstanden. Tedros war in den Jemen gereist, um die Freilassung gefangen gehaltener UN-Mitarbeiter zu verlangen und sich ein Bild von der humanitären Lage in dem Land zu machen.
Die israelische Armee reagierte zunächst nicht auf die Frage, ob sie Kenntnis davon hatte, dass sich der WHO-Chef zum Zeitpunkt des Angriffs auf dem Flughafen aufhielt.
Dem israelischen Beschuss waren Angriffe der jemenitischen Huthi-Rebellen auf Israel vorausgegangen. Am Samstag waren 16 Menschen bei einem Huthi-Angriff auf Tel Aviv verletzt worden. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte danach gedroht, die Huthi würden dafür "teuer bezahlen". Am Donnerstag erklärte Netanjahu, sein Land werde seine Angriffe auf die Huthi-Rebellen fortsetzen, bis "die Aufgabe erledigt ist". Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz drohte, Israel werde "alle Huthi-Anführer jagen - niemand wird uns entkommen".
Laut dem Huthi-Fernsehsender Al-Masirah wurde auch ein Kraftwerk in der Hafenstadt Hodeida beschossen. Huthi-Sprecher Mohammed Abdulsalam verurteilte die Angriffe als "ein zionistisches Verbrechen gegen das gesamte jemenitische Volk".
Die israelische Armee erklärte, Kampfjets hätten auf der Grundlage von Geheimdiensterkenntnissen Angriffe auf militärische Ziele "des terroristischen Huthi-Regimes" geflogen. Dazu hätten "militärische Infrastruktur" am Flughafen sowie Kraftwerke in Sanaa und Hodeida gehört. Die beschossenen Ziele seien von den Huthi "zum Schmuggel iranischer Waffen in die Region und zur Einreise ranghoher iranischer Vertreter" genutzt worden.
Die Huthis kontrollieren große Teile des Bürgerkriegslands Jemen. Sie gehören wie die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas im Gazastreifen und die Hisbollah-Miliz im Libanon zu der vom Iran angeführten und gegen Israel gerichteten "Achse des Widerstands".
Seit Beginn des durch den Hamas-Großangriff auf Israel am 7. Oktober 2023 ausgelösten Gaza-Kriegs feuert die Huthi-Miliz immer wieder Raketen auf Israel ab. Zudem greift sie seitdem Schiffe im Roten Meer und im Golf von Aden an - eigenen Angaben zufolge "aus Solidarität" mit den Palästinensern im Gazastreifen.
Der Iran verurteilte die israelischen Angriffe vom Donnerstag als "klaren Verstoß gegen den internationalen Frieden und Sicherheit". Die islamistische Hamas sprach von einer "Aggression" gegen ihre "Brüder aus dem Jemen".
gt
P.A.Mendoza--AT