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Selenskyj bekräftigt vor Ukraine-Treffen in Ramstein Forderung nach Panzerlieferung
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat kurz vor den Beratungen der westlichen Verbündeten in Ramstein erneut eindringlich zur Lieferung von Kampfpanzern aufgerufen. "Ihr könnt sicherlich noch sechs Monate reden, aber bei uns sterben jeden Tag Menschen", sagte Selenskyj am Donnerstag in einem Interview mit der ARD. "Wenn ihr Leopard-Panzer habt, dann gebt sie uns."
Selenskyj kritisierte die Argumentation der Bundesregierung, sie wolle bei Waffenlieferungen keine Alleingänge machen. Er warf Deutschland vor, sich zu sehr an anderen Ländern und nicht an den eigenen Möglichkeiten zu orientieren. Es sei nicht in Ordnung zu sagen: "Ich gebe genauso viel wie du. Wenn Amerika etwas unternimmt, dann unternehme ich auch etwas."
Die Ukraine verteidige sich gegen den russischen Angriff und habe nicht vor, das Nachbarland anzugreifen, betonte der ukrainische Präsident. "Diese Leoparden fahren nicht durch die Russische Föderation. Wir verteidigen uns." Zugleich dankte Selenskyj der Bundesregierung für ihre bisherige Militärhilfe. "Bundeskanzler Scholz hat der Ukraine, unserer Armee, ein sehr gutes Unterstützungspaket gegeben. Ich bin ihm dafür dankbar."
Selenskyj äußerte in dem ARD-Interview zudem die Hoffnung auf mehr Unterstützung der westlichen Verbündeten bei der Stärkung der ukrainischen Luftverteidigung. "Denn man wünscht sich, dass die Russen nicht die Kontrolle über unseren Luftraum haben."
Verhandlungen mit Moskau schloss Selenskyj zum gegenwärtigen Zeitpunkt aus. "Wenn Russland unser Land komplett verlässt, dann kann man über Schritte zu einer diplomatischen Lösung sprechen", sagte er. Der ukrainische Präsident forderte zudem eine "Erstattung unserer Schäden" durch Russland. "Wir brauchen Gerechtigkeit."
Die Ukraine fordert schon seit längerer Zeit die Lieferung von Leopard-Kampfpanzern. Die westlichen Partner der Ukraine hatten die Lieferung von schweren Panzern an Kiew allerdings lange abgelehnt. Zuletzt hatten sich jedoch Polen und weitere EU- und Nato-Staaten zur Lieferung von in Deutschland hergestellten Leopard-Panzern bereiterklärt. Dafür müsste die Bundesregierung grünes Licht geben.
Mögliche Panzer-Lieferungen sind das zentrale Thema beim Treffen der sogenannten Ukraine-Kontaktgruppe auf der US-Militärbasis Ramstein in Rheinland-Pfalz am Freitag. An dem Treffen nehmen die Nato-Staaten und andere Länder teil, welche die Ukraine gegen den russischen Angriffskrieg unterstützen.
M.White--AT