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China: Staatlicher Autobauer SAIC will sich gegen EU-Zölle wehren
Der dem chinesischen Staat gehörende E-Autobauer SAIC will sich gegen die von der EU-Kommission angekündigten höheren Einfuhrzölle wehren. SAIC werde "formell eine Anhörung bei der Europäischen Kommission beantragen", erklärte das Unternehmen am Freitag. Es gehe um die Wahrung seiner "Rechte und Interessen sowie die unserer weltweiten Kunden".
SAIC soll laut der Ankündigung aus Brüssel vom Donnerstag mit einem zusätzlichen Zollsatz von 37,6 Prozent den höchsten Aufschlag für Einfuhren von E-Autos in die EU zahlen. Die EU-Kommission war zuvor in einer Untersuchung zu dem Schluss gekommen, dass chinesische Autobauer stark von marktverzerrenden Subventionen profitieren und heimische Hersteller dadurch benachteiligt werden. Die Höhe des Zollsatzes setzte sie auch in Abhängigkeit von der Kooperationsbereitschaft der jeweiligen Unternehmen fest.
SAIC warf der Brüsseler Behörde nun vor, in ihrer Untersuchung ihre Kompetenzen überschritten und beispielsweise Geschäftsgeheimnisse wie Informationen zu chemischen Zusammensetzungen für Batterien verletzt zu haben. Auch habe sie bei der Berechnung der Subventionssätze "Fehler" begangen, von SAIC vorgelegte Informationen ignoriert und "schädliche Vermutungen" über das Unternehmen angestellt.
"SAIC lehnt die künstliche Errichtung von Handelshemmnissen für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben ab und fordert eine Marktordnung auf der Grundlage eines fairen Wettbewerbs", erklärte der Staatskonzern. "Nur durch offenen Dialog und Zusammenarbeit können China und die EU (...) gemeinsam eine globale grüne, kohlenstoffarme Wirtschaft aufbauen."
SAIC hat seinen Sitz in Shanghai und arbeitet über Joint Ventures auch mit dem Volkswagen-Konzern zusammen. Das Unternehmen war im vergangenen Jahr maßgeblich daran beteiligt, dass China nach einer Auswertung des Center of Automotive Management (CAM) zum größten Autoexporteur der Welt aufstieg.
Die Zusatzzölle der EU gelten ab diesem Freitag vorläufig. Die Unternehmen müssen die Aufschläge bislang nicht zahlen, aber bei der Einfuhr entsprechende Garantien vorweisen. Bis Anfang November soll eine endgültige Entscheidung über die Strafzölle fallen, bis dahin will die EU-Kommission noch mit der chinesischen Seite verhandeln.
B.Torres--AT