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"Kein Weltuntergang": Tour-Start zum Vergessen für Lipowitz
Florian Lipowitz verschwand still im Mannschaftsbus, seine Bosse versuchten zu beschwichtigen. "Es ist, wie es ist", sagte Ralph Denk, Teamchef von Red Bull-Bora-hansgrohe, nach dem verkorksten Start bei der 112. Tour de France: "Es ist nicht optimal, aber auch kein Weltuntergang."
39 Sekunden verloren der deutsche Hoffnungsträger Lipowitz, sein Kapitän Primoz Roglic und Co. auf der ersten Etappe am Samstag - und das auf einer Flachetappe. 17 Kilometer vor dem Ziel in Lille riss eine Windkante das Peloton auseinander. Titelverteidiger Tadej Pogacar wie auch der spätere Tagessieger Jasper Philipsen und weitere Fahrer fuhren davon, das deutsche Red-Bull-Team blieb geschlossen zurück.
"Man muss sich das so vorstellen: Alle sollen vorne sein, das ist die Anweisung von allen Teams", sagte Denk, "und es können nicht alle vor." Die Lage sei aber "nicht aussichtslos. Es sind nur ein paar Sekunden".
Diese werden "nicht die Tour entscheiden", erklärte der Sportliche Leiter Rolf Aldag. Aber: "Ein schwerer Sturz würde die Tour entscheiden." Und diesen wollte der Rennstall aus dem bayrischen Raubling "um jeden Preis verhindern, sowohl mit Florian, als auch mit Roglic. Uns wird immer vorgeworfen, dass wir so oft hinfallen. Diesmal haben wir es gut verhindert, insofern haben wir das ganz gut gerettet", fügte Aldag an.
Schon bevor sich das Hauptfeld teilte, hatte es eine "kritische Situation" (Aldag) um Lipowitz gegeben. Mit einem platten Reifen musste sich der 24-jährige Ulmer an den Teamwagen fallen lassen. Hilfe von einem Teamkollegen erhielt der Tour-Debütant auf dem Weg zurück nicht.
"Es war ein geschlossener Konvoi. Von daher haben wir gesagt, er nutzt den Windschatten vom Auto mit acht Fahrrädern drauf", begründete Aldag die Entscheidung und beruhigte: "Florian hat nicht zu viel investiert."
R.Lee--AT