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Knorrs Drahtseilakt: Suche nach der "besten Balance"
Verantwortung tragen, Verantwortung abgeben - für Spielmacher Juri Knorr ist seine immens wichtige Rolle in der Handball-Nationalmannschaft ein echter Drahtseilakt. "Ich muss immer überlegen, wie ich die beste Balance finde, auch für das gesamte Spiel, wie wir als Mannschaft funktionieren. Dass ich nicht überdrehe, dass ich nicht zu viele Aktionen nehme, dass dann nicht zu viele Fehler von mir entstehen", schilderte Knorr im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ).
Der Mittelmann der Rhein-Neckar Löwen zählt zu den unumstrittenen Leistungs- und Hoffnungsträgern im Team von Bundestrainer Alfred Gislason. Insbesondere im Angriff hängt viel von den Entscheidungen des Rückraumspielers ab. Entsprechend groß wird der Druck auf den Schultern des erst 23-Jährigen während der Heim-EM (10. bis 28. Januar 2024) lasten.
Knorr räumte ein, dass das deutsche Spiel manchmal noch "zu sehr" auf ihn fokussiert sei, "weil ich manchmal dazu neige, zu viel zu machen. Da muss ich einen besseren Rhythmus, eine bessere Balance finden", sagte Knorr. Der Rechtshänder arbeitet mit Selbstgesprächen, "damit ich es schaffe, ruhig zu bleiben, in meiner Mitte zu bleiben. Aber es läuft auch viel im Vorfeld, über Gespräche oder Übungen, achtsam zu sein", erklärte er.
Mit Blick auf die Turnieraussichten versuchte der Mannheimer, die Hoffnungen etwas zu dämpfen. "Natürlich haben wir eine talentierte Truppe, aber jetzt auch keine Mannschaft, die Weltklasse bewiesen hat in den letzten Jahren. Vielleicht klappt es erst das Jahr darauf, vielleicht aber auch erst ein bisschen später", sagte Knorr, der aber auch verstehen kann, dass der Verband gern das Halbfinale erreichen würde. Es sei "sehr gut, große Ziele zu haben. Die sollten wir uns schon auch stecken als größter Handballverband der Welt. Und wenn man das Ziel dieses Jahr nicht erreicht, dann bleibt es ja trotzdem."
D.Lopez--AT