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Türkei verzichtet auf Druck aus den USA künftig auf russisches Bezahlsystem Mir
Künftig wird auch in der Türkei das Bezahlen mit Bankkarten des russischen Bezahlsystems Mir nicht mehr möglich sein. Drei öffentliche türkische Banken werden die Nutzung des Systems in absehbarer Zeit einstellen, wie ein ranghoher türkischer Behördenvertreter am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP sagte. Die USA hatten in den vergangenen Wochen den Druck auf den Nato-Partner Türkei erhöht und Ankara mit Sanktionen gedroht, sollte sich am florierenden Geschäft türkischer Unternehmen mit Russland nichts ändern.
Die beiden größten Privatbanken der Türkei, Denizbank und Isbank, hatten bereits in der vergangenen Woche den Verzicht auf das russische Bezahlsystem angekündigt. Die Banken Halkbank, Ziraatbank und Vakifbank erlaubten bislang aber weiterhin Transaktionen mit Mir-Bezahlkarten. "Es gibt laufende Zahlungen, aber ein zukünftiges Datum (für die Einstellung) wurde festgelegt", sagte nun der Behördenvertreter.
Die Türkei weigert sich bislang, sich den westlichen Sanktionen gegen Russland wegen dessen Angriffs auf die Ukraine anzuschließen. Zugleich hatte der Handel zwischen der Türkei und Russland seit Beginn des Krieges stark zugenommen. Zudem ist die Türkei ein beliebtes Urlaubsziel russischer Touristen, die dort bislang mit Mir-Bankkarten weitgehend problemlos zahlen konnten.
Nach einem Treffen von Präsident Recep Tayyip Erdogan mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin im August war noch eine Ausweitung der Nutzung des Mir-Systems angekündigt worden. Zwei türkische Privatbanken, die daraufhin begonnen hatten, Mir-Karten zu akzeptieren, stellten dies vor kurzem wieder ein.
Die Regierung in Washington hatte Ankara zuletzt wiederholt gewarnt, dass türkische Unternehmen und Banken mit Verbindungen nach Russland selbst Ziel von Sanktionen werden könnten. Das US-Finanzministerium erklärte in der vergangenen Woche, dass türkische Banken, die mit russischen Mir-Bank-Karten arbeiten, "Gefahr laufen, Russlands Bemühungen zu unterstützen, die US-Sanktionen zu umgehen".
Die russische Regierung verurteilte am Mittwoch den Druck aus Washington auf Ankara. Die Türkei werde "mit sekundären Sanktionen gegen das Bankensystem bedroht". Die Entscheidung gegen das Mir-System "wurde natürlich unter diesem beispiellosen Druck getroffen", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow.
Am Freitag hatte auch Usbekistan angekündigt, aus "technischen" Gründen den Betrieb der Mir-Bankkarten eingestellt zu haben. Mit den russischen Bankkarten kann mittlerweile nur noch in einer Handvoll Ländern außerhalb Russlands, etwa in Belarus, gezahlt werden.
H.Romero--AT