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G7-Finanzminister stellen Aktionsplan für Düngemittel in Aussicht
Die G7-Finanzminister wollen in den kommenden Wochen einen Aktionsplan zur Vermeidung einer Nahrungskrise infolge der Sperrung der Straße von Hormus vorlegen. "Wir müssen uns in erster Linie mit Düngemitteln befassen und die Auswirkungen des Konflikts auf die Lebensmittelproduktion begrenzen", sagte der französische Wirtschaftsminister Roland Lescure am Dienstag in Paris.
Zu diesem Zweck sollen die G7-Finanz- und Entwicklungsminister mit der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), der Weltbank und anderen Institutionen zusammenarbeiten. Die Ergebnisse sollen auf dem G7-Gipfel der Staats- und Regierungschefs im Juni vorgelegt werden. "Alle sind sich einig, dass die Rückkehr zu normalen Handelsflüssen Vorrang hat", sagte Lescure. Die Straße von Hormus müsse wieder geöffnet werden, und zwar kostenfrei, fügte er hinzu. "Je länger wir warten, desto schwieriger wird es für unsere Volkswirtschaften."
Die Gespräche der G7-Minister, unter ihnen auch US-Finanzminister Scott Bessent, seien "offen und mitunter schwierig" gewesen, sagte Lescure. In ihrer Abschlusserklärung bekräftigen die Minister ihre "Verpflichtung zu multilateraler Zusammenarbeit bei der Bewältigung der Risiken für die Weltwirtschaft". Die vielen komplexen globalen Herausforderungen erforderten "abgestimmte Reaktionen".
Bei dem zweitägigen Treffen, an dem auch Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) teilnahm, sei es auch um die Lage in der Ukraine gegangen. "Wir sind uns einig, den Druck auf Russland aufrechtzuerhalten", sagte Lescure - obgleich die US-Regierung erst am Vortag die Lockerung der Sanktionen für russisches Öl erneut um einen Monat verlängert hatte. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) konnte Russland durch die Lockerung seine Öl-Einnahmen nahezu verdoppeln.
Klingbeil unterzeichnete am Rande des G7-Treffens in Paris mit seinem ukrainischen Kollegen Serhij Martschenko ein neues Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und der Ukraine. "Wir wollen die Wirtschaftsbeziehungen mit der Ukraine weiter ausbauen", betonte Klingbeil. Das Abkommen erleichtere die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen beider Länder.
Neben G7-Vertretern waren bei dem Treffen in Paris auch die Finanzminister aus Brasilien, Indien, Südkorea und Kenia sowie aus mehreren Golfstaaten zu Gast. In Zeiten, in denen es darum gehe, Lieferketten anders zu strukturieren, sei die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit anderen Regionen auf der Welt besonders wichtig, hatte Klingbeil betont.
Frankreich hatte im Januar den rotierenden Vorsitz über die Gruppe der sieben großen Industrienationen übernommen. Dazu gehören die USA, Deutschland, Frankreich, Kanada, Großbritannien, Japan und Italien. Im Juni ist im ostfranzösischen Evian ein Treffen der G7-Staats- und Regierungschefs geplant.
M.Robinson--AT