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Tod von Mango-Gründer bei Bergtour: Sohn Jonathan Andic vorübergehend festgenommen
Anderthalb Jahre nach dem Tod des Gründers der spanischen Bekleidungskette Mango bei einer Bergtour ist dessen Sohn als Verdächtiger festgenommen worden. Nach einem Gerichtstermin in Martorell bei Barcelona kam Jonathan Andic am Dienstag gegen die Zahlung einer Kaution in Höhe von einer Million Euro unter Auflagen frei. Der 45-Jährige hat eine Gewalttat gegen seinen Vater stets bestritten und von einem tödlichen Unfall des 71-jährigen Milliardärs gesprochen.
Jonathan Andic war am Morgen von der katalanischen Polizei festgenommen worden. Später wurde er in Handschellen einem Gericht in Martorell vorgeführt, wie AFP-Reporter vor Ort sahen. Er trug einen dunklen Anzug und hielt den Kopf gesenkt.
Die Richterin legte ein Kaution von einer Million Euro fest. Nach deren Zahlung wurde der Verdächtige unter juristische Aufsicht gestellt. Die Richterin verfügte, dass Andic seinen Pass abgeben musste, das Land nicht verlassen darf und sich wöchentlich bei dem Gericht melden muss.
Laut einer Sprecherin der Familie machte Jonathan Andic vor dem Gericht eine Aussage. Er werde vollständig mit den Ermittlern zusammenarbeiten, versicherte sie. Die Familie habe "vollständiges" Vertrauen in die Unschuld des 45-Jährigen.
"Es gibt keinen rechtmäßigen Beweis gegen ihn und wird keinen geben", betonte die Sprecherin der Familie. Das Unternehmen Mango wollte sich auf Anfrage nicht zu der Festnahme äußern und erklärte die Kommunikation des Konzerns und der Familie erfolge wegen möglicher Interessenkonflikte getrennt voneinander.
Mango-Gründer Isak Andic war am 14. Dezember 2024 im Alter von 71 Jahren ums Leben gekommen, als er mit seiner Familie in den Montserrat-Bergen in der Nähe der katalanischen Metropole Barcelona auf einer Wanderung war. Der Unternehmer stürzte mehr als hundert Meter tief in den Tod. In der Modebranche löste Andics Tod Bestürzung aus.
Zum Zeitpunkt von Isak Andics Sturz war den Ermittlungen zufolge nur sein Sohn in seiner Nähe gewesen. Die Ermittler gingen zunächst von einem tragischen Unfall aus. Ein Richter legte den Fall im Januar 2025 zu den Akten, ohne Hinweise auf ein Verbrechen festgestellt zu haben. Im Oktober 2025 wurden die Ermittlungen wegen Widersprüchen in Jonathan Andics Aussagen jedoch wieder aufgenommen.
Die spanische Zeitung "El País" berichtete damals, die Behörden hätten kurz nach Andics Tod das Handy seines Sohnes beschlagnahmt. Außerdem wurde eine Aussage von Isak Andics Partnerin Estefaneía Knuth zitiert, dass die Beziehungen zwischen Isak Andic und seinem ältesten Kind damals angespannt gewesen seien. Die beiden hätten über die Rolle von Jonathan Andic in dem Familien-Imperium gestritten.
Laut "El País" geriet Knuth nach dem Tod ihres Lebensgefährten mit dessen drei Kindern in Streit, weil sie sich beim Erbe übergangen gefühlt habe.
Isak Andic war 1953 als Sohn einer jüdischen Familie in der türkischen Metropole Istanbul zur Welt gekommen. Als er 14 Jahre alt war, zog er mit seiner Familie nach Barcelona. 1984 eröffnete er dort den ersten Mango-Laden. Sein Unternehmen entwickelte sich schnell zu einer der größten Bekleidungsketten Europas. Laut ihrer Website hat sie weltweit mehr als 16.400 Beschäftigte.
Mit einem Vermögen, das vom "Forbes"-Magazin auf 4,5 Milliarden Dollar (3,86 Milliarden Euro) geschätzt wurde, gehörte Andic zu den reichsten Menschen Spaniens. Posthum wurde der spanisch-türkische Geschäftsmann mit der Goldmedaille von Katalonien, der höchsten Ehrung der katalanischen Regierung, ausgezeichnet.
Andics Sohn Jonathan fing 2005 nach seinem Studium in den USA und Spanien in dem Familienkonzern an und übernahm unterschiedliche Führungsposten. Zum Zeitpunkt des Todes seines Vaters war er Vize-Präsident des Mango-Vorstands. In einem im April 2023 veröffentlichten Firmenvideo trat er zielstrebig auf. "Wenn Du genau weißt, wo Du hin möchtest, und immer weiter vorangehst, wirst Du am Ende Deine Ziele erreichen", sagte er darin.
W.Morales--AT