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Nach Anschlag auf Magdeburger Weihnachtsmarkt: 455 Anträge auf Entschädigung
Nach dem Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt vor einem Jahr mit sechs Toten sind 455 Anträge auf Entschädigung gestellt worden. Ziel sei, die Betroffenen schnell und bedarfsgerecht zu unterstützen, erklärte Sachsen-Anhalts Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Freitag. Als Beispiele nannte sie Leistungen wie Heilbehandlung, Rehabilitation, psychotherapeutische Intervention und Entschädigungszahlungen. Der Anschlag jährt sich am Samstag.
Am 20. Dezember vergangenen Jahres raste ein Mann mit einem Mietwagen über den Weihnachtsmarkt in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt. Sechs Menschen starben, darunter ein neunjähriger Junge, mehr als 300 wurden verletzt. Seit November muss sich der mutmaßliche Täter in einem Prozess vor dem Landgericht Magdeburg verantworten.
Mit dem sozialen Entschädigungsrecht sollen Opfer einer Gewalttat im Inland finanziell unterstützt werden. Vom Landesverwaltungsamt werden den Angaben nach 468 Geschädigte sowie deren Angehörige, Hinterbliebene und Nahestehende betreut. Unter anderem sei in 56 Fällen eine monatliche Entschädigungszahlung in Höhe von 434 Euro und in einem Fall von 868 Euro anerkannt worden.
"Zeit heilt oft keine Wunden, körperliche und seelische Schäden des Anschlags können unter Umständen erst lange danach auftreten", erklärte Grimm-Benne. Daher könnten Betroffene auch jetzt noch Anträge stellen.
Das Bundesjustizministerium teilte mit, dass aus Bundesmitteln bislang mehr als vier Millionen Euro an Betroffene ausgezahlt worden seien. Insgesamt wurden demnach Bundesmittel in Höhe von 25 Millionen Euro bereitgestellt.
"Für viele ist es schwer, wieder in ihr altes Leben zurückzufinden oder einen neuen Alltag zu gestalten", schilderte der Bundesopferbeauftragte Roland Weber. "In einer ohnehin schon sehr schweren Zeit ist es für viele Betroffene eine zusätzliche Belastung, dass sie bei den Stellen, von denen sie Hilfe bekommen können, ihre persönlichen Erlebnisse oft immer wieder von Neuem schildern müssen." Er wünsche sich, "dass hier künftig noch bessere Wege gefunden werden, Hilfsangebote zu koordinieren und abzustimmen".
R.Chavez--AT