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Irisches Gericht verurteilt Ex-Soldatin wegen IS-Zugehörigkeit zu 15 Monaten Haft
Ein Sondergericht in Dublin hat eine ehemalige irische Soldatin wegen ihrer Zugehörigkeit zur Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien zu einer Haftstrafe von 15 Monaten verurteilt. Das Risiko einer Wiederholungstat sei bei der 40 Jahre alten Lisa S. gering, sagte der Richter am Freitag in Dublin. Er verwies darauf, dass sie ihre Tat in keiner Weise bereut habe. Lisa S. erschien mit einem Kopftuch vor Gericht, das nur das Gesicht frei ließ.
Ihr Anwalt hatte gefordert, eine Freiheitsstrafe zu vermeiden, da sie bereits in Syrien unter schrecklichen Bedingungen in einem Lager festgehalten worden sei. Sie war im Mai schuldig gesprochen worden, das Strafmaß fehlte noch.
Die Ex-Soldatin war 2019 bei ihrer Rückkehr aus Syrien mit ihrer kleinen Tochter festgenommen worden. Sie hatte die irische Armee 2011 verlassen, war zum Islam übergetreten und hatte eine Pilgerfahrt nach Mekka unternommen. Auf Facebook sprach sie von ihrem Wunsch, unter der islamischen Rechtsprechung Scharia zu leben und als Märtyrerin zu sterben.
2015 reiste sie nach Syrien, in das Gebiet unter der Kontrolle des Islamischen Staates. Nach Ansicht des Richters tat sie dies im vollen Bewusstsein der Lage. Sie heiratete einen Briten, der sich an bewaffneten Patrouillen der Organisation beteiligte.
Den Vorwurf der Finanzierung einer Terrororganisation hielten die Richter nicht aufrecht. Dabei ging es um eine Spende von 800 Euro, die nach ihrer Aussage Nothilfe für die medizinische Behandlung eines Syrers in der Türkei war. Es ist bislang der einzige Fall dieser Art in Irland.
A.Anderson--AT