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Minister: Zwölf Tote bei Selbstmordattentat in Pakistans Hauptstadt Islamabad
Bei einem Anschlag in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad sind nach Regierungsangaben mindestens zwölf Menschen getötet worden. Ein Selbstmordattentäter habe sich vor einem Gericht in die Luft gesprengt, sagte Innenminister Mohsin Naqvi am Dienstag. Etwa 27 Menschen seien verletzt worden. Zu der Tat bekannte sich zunächst niemand.
Premierminister Shehbaz Sharif machte "terroristische" Gruppen, die vom verfeindeten Indien unterstützt würden, für den Anschlag verantwortlich, ohne Beweise dafür vorzulegen. Sicherheitskräfte riegelten den Tatort ab, in dessen Umfeld sich auch mehrere Regierungsgebäude befinden. Der Täter habe den Sprengsatz in der Nähe eines Polizeiwagens gezündet, sagte Innenminister Naqvi.
Augenzeugen berichteten über eine schwere Explosion. "Als ich mein Auto geparkt hatte und das Gebäude betrat, habe ich eine laute Detonation am Eingang gehört", sagte der Anwalt Roustam Malik der Nachrichtenagentur AFP. Nach der Detonation habe "totales Chaos" in dem Gerichtsgebäude geherrscht.
Der Anschlag ereignete sich vor dem Hintergrund großer regionaler Spannungen. Im Mai war der indisch-pakistanischen Grenzkonflikt wieder aufgeflammt. Bei den schwersten Kämpfen zwischen den verfeindeten Ländern seit 1999 wurden mehr als 70 Menschen getötet. Seit dem 10. Mai gilt eine Waffenruhe.
Im Oktober hatte sich auch der Konflikt zwischen Pakistan und Afghanistan verschärft. Auslöser waren Explosionen in Kabul, für welche die in Afghanistan regierenden Taliban Pakistan verantwortlich gemacht hatten. Bei einwöchigen Kämpfen im Grenzgebiet wurden nach UN-Angaben 50 afghanische Zivilisten getötet. Pakistan meldete 23 getötete Soldaten. Die beiden Nachbarländer vereinbarten anschließend eine Waffenruhe, konnten sich aber bislang nicht auf Details einigen.
Seit der Rückkehr der radikalislamischen Taliban an die Macht in Afghanistan im August 2021 gab es immer wieder Scharmützel zwischen Einheiten der beiden Nachbarländer. Pakistan wirft Afghanistan vor, Milizen Schutz zu gewähren, die in Pakistan Anschläge verüben. Die Taliban-Regierung in Kabul bestreitet dies.
T.Sanchez--AT