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Trump bekräftigt Pläne für Entsendung der Nationalgarde nach Chicago
US-Präsident Donald Trump hat seine Pläne für die Entsendung der Nationalgarde in die demokratische Hochburg Chicago bekräftigt. "Wir gehen rein", sagte Trump am Dienstag vor Journalisten in Washington. Er deutete zudem an, Nationalgardisten in die ebenfalls von Demokraten regierte Stadt Baltimore zu entsenden. Der demokratische Gouverneur des Bundesstaats Illinois, in dem Chicago liegt, JB Pritzker, wies Trumps Pläne entschieden zurück.
Trump widersprach Vorwürfen, er konzentriere sich in seiner Kampagne zur Bekämpfung von angeblicher Kriminalität lediglich auf demokratisch regierte Städte. "Das ist keine politische Sache", sagte Trump. "Ich habe eine Verpflichtung, wenn in den vergangenen zweieinhalb Wochen 20 Menschen getötet und 75 mit Kugeln beschossen wurden", fügte er hinzu. Chicago und Baltimore bezeichnete er als "Drecksloch".
Zuvor hatte Trump Chicago in seinem Onlinedienst Truth Social als "gefährlichste Stadt der Welt" bezeichnet und angekündigt, gegen die dortige angeblich grassierende Kriminalität vorzugehen. "Ich werde das Kriminalitätsproblem schnell lösen, genau wie ich es in (Washington) DC getan habe." Der demokratische Gouverneur Pritzker brauche dringend Hilfe, er wisse es nur noch nicht, schrieb Trump.
Pritzker sprach indes von einer "Invasion", die der Präsident vorbereite. "Chicago will keine Truppen auf unseren Straßen", sagte Pritzker vor Journalisten. Die Mordrate in Chicago sei in den vergangenen vier Jahren um fast 50 Prozent gesunken. Dem US-Präsidenten gehe es nicht um die Bekämpfung von Kriminalität. "Für Trump geht es darum, seine Macht zu testen und ein politisches Drama zu erschaffen, um von seiner Korruption abzulenken."
Am 11. August hatte Trump bereits Nationalgardisten nach Washington beordert und die örtliche Polizei der US-Hauptstadt der Kontrolle des Bundes unterstellt. Der rechtspopulistische Republikaner begründete auch dort sein Vorgehen mit einer angeblich außer Kontrolle geratenen Kriminalität. Allerdings zeigen Statistiken einen deutlichen Rückgang von Gewaltverbrechen zwischen 2023 und 2024 in der Hauptstadt.
Im Juni hatte Trump zudem in Los Angeles die Nationalgarde und Marineinfanteristen mobilisiert, um Proteste gegen seine Einwanderungspolitik zu beenden. Kritiker werfen Trump vor, das Ausmaß der Kriminalität mit rechtspopulistischer Scharfmacherei zu übertreiben, um auf diese Weise seinen zunehmend autoritären Regierungsstil zu rechtfertigen.
P.Smith--AT