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Trump besucht nach Washington entsandte Polizisten und Soldaten
US-Präsident Donald Trump hat in der Hauptstadt Washington von ihm dorthin entsandten Polizisten und Soldaten einen Besuch abgestattet. Die Sicherheitskräfte würden "eine Weile" in der Hauptstadt bleiben, erklärte er bei dem Besuch am Donnerstag. Trump hatte in der vergangenen Woche die Entsendung von hunderten Angehörigen der US-Nationalgarde und weiterer Sicherheitsbehörden nach Washington angeordnet, um die seiner Ansicht nach dort herrschende massive Kriminalität zu bekämpfen.
"Wir werden die Stadt sicher machen und dann an andere Orte weiterziehen, aber wir werden eine Weile hier bleiben", erklärte Trump vor einem Gebäude der US Park Police, einer Polizeibehörde des Bundes, im Stadtteil Anacostia. "Wir wollen, dass alles absolut perfekt läuft", sagte der Republikaner.
Um den Präsidenten herum standen Vertreter verschiedener regionaler und staatlicher Sicherheitsbehörden sowie Angehörige der Nationalgarde.
Am Vormittag hatte der US-Präsident noch erklärt, er würde mit den Polizeibeamten und Soldaten auf Streife gehen. Stattdessen hielt er nun eine kurze Ansprache und verteilte Pizza und Hamburger, bevor er wieder ins Weiße Haus zurückkehrte.
"Alle fühlen sich sicher", sagte Trump und betonte, er wolle die Hauptstadt in Ordnung bringen. Ein besonderer Fokus solle dabei auf der Neugestaltung der Parks liegen, erklärte Trump weiter. Er kenne sich mit Rasenflächen aus, da er zahlreiche Golfplätze habe. "Ich weiß mehr über Rasen als jeder andere Mensch", sagte der US-Präsident.
Am Mittwoch war Vizepräsident JD Vance bei einem Besuch von Soldaten der Nationalgarde in Washington von Demonstranten ausgebuht worden. Bürger riefen "Free DC" (Befreit Washington) und buhten lautstark, als Vance und Verteidigungsminister Pete Hegseth sich im Hauptbahnhof Union Station aufhielten.
Trump hat in der Hauptstadt 800 Soldaten der Nationalgarde stationiert. Sie werden derzeit durch 1200 weitere Kräfte aus den Bundesstaaten Ohio, Louisiana, Mississippi, South Carolina, Tennessee und West Virginia verstärkt. Die Soldaten patrouillieren unter anderem um das Weiße Haus herum und auf der von Touristen bevölkerten Mall zwischen Kongress und Lincoln-Denkmal sowie in Bahnhöfen und Metro-Stationen.
Trump begründet den Truppeneinsatz mit einem angeblichen Sicherheits-"Notstand" in Washington. Er hat zudem die örtliche Polizei der Kontrolle durch seine Regierung unterstellt. Trump hatte am 11. August gesagt, er werde Washington vor "Kriminalität, Blutvergießen, Chaos, Elend und Schlimmerem" bewahren.
Washingtons Bürgermeisterin Muriel Bowser betont dagegen, die Kriminalität sei auf einem 30-Jahres-Tief. Statistiken der örtlichen Polizei zeigen einen deutlichen Rückgang von Gewaltverbrechen zwischen 2023 und 2024, nach einem Anstieg während der Corona-Pandemie. Die US-Hauptstadt ist eine Hochburg der Demokratischen Partei und hat als "District of Columbia" (kurz: DC) einen Sonderstatus.
Es ist das erste Mal seit 60 Jahren, dass ein US-Präsident die Nationalgarde gegen den Willen der örtlichen Behörden entsendet. Im Juni hatte Trump bereits in Los Angeles die Nationalgarde und Sondereinsatzkräfte der Marines mobilisiert, um Proteste gegen seine Einwanderungspolitik zu beenden.
kbh
Y.Baker--AT