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Scholz warnt die USA bei Treffen mit Starmer vor Zollerhöhungen
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat bei seinem Besuch beim britischen Premierminister Keir Starmer für eine enge Zusammenarbeit mit den USA geworben - zugleich den neuen US-Präsidenten Donald Trump aber auch vor Zollerhöhungen gewarnt. "Die transatlantische Partnerschaft ist für uns alle von allergrößter Bedeutung", sagte Scholz am Sonntag auf Starmers Landsitz Chequers nordwestlich von London. Dies betreffe die Zusammenarbeit in der Nato, die Unterstützung der Ukraine, aber auch die wirtschaftlichen Beziehungen.
"Die Globalisierung, der weltweite Austausch von Waren und Gütern, hat sich als eine große Erfolgsgeschichte erwiesen, die Wohlstand für uns alle ermöglicht hat", hob Scholz hervor. Dies gelte für die EU und Großbritannien ebenso wie für die USA. Es gehe daher nun darum, "dass wir jetzt nicht die Welt durch viele Zollbarrieren aufteilen, sondern dass wir diesen Waren- und Dienstleistungsaustausch auch für die Zukunft möglich machen".
Zugleich hob der Kanzler das handelspolitische Gewicht der EU hervor. Diese sei "ein starker Wirtschaftsraum, sie hat ihre eigenen Handlungsmöglichkeiten", sagte er.
US-Präsident Trump hatte am Samstag per Dekret Zölle in Höhe von 25 Prozent für Produkte aus Kanada und Mexiko beschlossen - ausgenommen sind kanadische Energieressourcen wie Öl und Kohlenwasserstoff. Für chinesische Importe hob er die Zölle um zehn Prozentpunkte an.
Nach seinem Wiedereinzug ins Weiße Haus hatte der US-Präsident außerdem seine Zoll-Drohung gegen die Europäische Union erneuert. Er stellte zudem Zölle auf Halbleiter, Stahl, Aluminium sowie Öl und Gas in Aussicht - ohne allerdings anzugeben, welche Länder davon betroffen sein würden.
Im Zentrum von Scholz' Treffen mit Starmer standen außer der Weiterentwicklung des transatlantischen Verhältnisses die bilateralen Beziehungen zwischen der EU und Großbritannien. Starmer wird am Montag auch zu einem informellen EU-Gipfel zur Verteidigung in Brüssel erwartet, an dem Nato-Generalsekretär Mark Rutte ebenfalls teilnehmen wird. Großbritannien war vor fünf Jahren aus der Europäischen Union ausgetreten. Seitdem gab es Bemühungen um eine Wiederannäherung.
M.Robinson--AT