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Trump: Zölle werden für US-Bürger "vielleicht schmerzhaft" - sich aber lohnen
Nach der Erhebung drastischer Importzölle für Produkte aus den US-Nachbarländern sowie China hat US-Präsident Donald Trump mögliche Folgen für die US-Bürger als möglicherweise "schmerzhaft", aber am Ende lohnend bezeichnet. "Wird es schmerzhaft? Ja, vielleicht (vielleicht auch nicht!)", schrieb Trump am Sonntag in seinem Onlinenetzwerk Truth Social. "Aber wir werden Amerika wieder groß machen und das wird den Preis wert sein, der dafür gezahlt werden muss", fügte er hinzu.
Der US-Präsident forderte zudem erneut die Angliederung Kanadas an die USA. Washington zahle "hunderte Milliarden Dollar, um Kanada zu unterstützen", schrieb er auf Truth Social, offenbar in Bezug auf das US-Handelsdefizit mit dem nördlichen Nachbarn. "Ohne diese massive Hilfe hört Kanada auf, als lebensfähiges Land zu existieren", fügte er hinzu. "Deswegen sollte Kanada unser geschätzter 51. Staat werden." Die Kanadier würden damit weniger Steuern zahlen, wären besser militärisch geschützt und außerdem würden die Zölle wegfallen.
Trump hatte am Samstag per Dekret Zölle in Höhe von 25 Prozent für Produkte aus Kanada und Mexiko beschlossen - ausgenommen sind kanadische Energieressourcen wie Öl und Kohlenwasserstoff. Für chinesische Importe hob er die Zölle um zehn Prozentpunkte an. Die neuen Zölle für Kanada und Mexiko gelten ab Dienstag. Experten gehen von gravierenden Folgen vor allem für Mexiko und Kanada aus.
Die Verhängung umfassender Zölle gegen drei wichtige Handelspartner der USA birgt nach Einschätzung von Experten jedoch auch erhebliche Risiken für Trump. Höhere Importkosten würden wahrscheinlich "die Verbraucherausgaben und Unternehmensinvestitionen dämpfen", sagte der Chefökonom der Beratungsfirma EY, Gregory Daco. Der Wirtschaftsexperte geht davon aus, dass die Inflation in den USA im ersten Quartal dieses Jahres aufgrund der Zölle um 0,7 Prozentpunkte ansteigt, bevor sie sich allmählich wieder abschwächt.
Trump wirft Mexiko und Kanada sowie China vor, nicht genug gegen den Schmuggel der oftmals tödlichen Droge Fentanyl in die USA zu unternehmen. Mexiko und Kanada beschuldigt er zudem, illegale Migration in die USA nicht ausreichend behindert zu haben.
Der Republikaner hat sich wiederholt für Strafzölle ausgesprochen und angekündigt, diese auch gegen die EU verhängen zu wollen. Ein Kommissionssprecher warnte am Sonntag, Brüssel werde "entschlossen" auf Handelspartner reagieren, die "auf unfaire oder willkürliche Art und Weise Zölle auf EU-Produkte erheben".
Trump hatte vor seiner erneuten Amtseinführung von zusätzlichen Zöllen in Höhe von bis zu 20 Prozent für europäische Produkte gesprochen. Diese Maßnahme würde etwa deutsche Autokonzerne wie Volkswagen, die in Mexiko herstellen lassen, besonders stark treffen.
"Als global agierender Automobilhersteller beobachten wir die Entwicklungen in den USA sehr genau und bewerten etwaige Effekte auf die Automobilindustrie und unser Unternehmen", teilte ein VW-Sprecher am Sonntag mit. "Gleichzeitig werben wir weiterhin für offene Märkte und stabile Handelsbeziehungen. Diese sind essenziell für eine wettbewerbsfähige Wirtschaft und insbesondere für die Automobilbranche", fügte er hinzu.
A.O.Scott--AT