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Tödlicher Angriff in Montenegro: Regierung will gegen illegalen Waffenbesitz vorgehen
Nach dem tödlichen Schusswaffen-Angriff in Montenegro hat die Regierung ein härteres Vorgehen gegen den illegalen Waffenbesitz im Land angekündigt. "Die Verfügbarkeit von Waffen ist maßlos und erschreckend und kann nicht mit Tradition gerechtfertigt werden", sagte Ministerpräsident Milojko Spajic am Freitag vor Journalisten. Besitzer illegaler Waffen haben demnach zwei Monate Zeit, diese abzugeben, ohne rechtliche Konsequenzen befürchten zu müssen.
"Danach wird ein neues Gesetz in Kraft treten, das den Besitz und insbesondere das Tragen illegaler Waffen hart bestrafen wird", sagte Spajic weiter. Wer im Besitz einer legalen Waffe ist, werde sich härteren Prüfungen unterziehen müssen, kündigte der Regierungschef zudem an. "Diejenigen mit Waffenscheinen werden bis Januar 2026 Zeit haben, um sich neuen, strengeren Sicherheits- und Gesundheitschecks zu unterziehen", fügte Spajic hinzu.
Spajic hatte sich zuvor mit dem Nationalen Sicherheitsrat beraten. Während der Sitzung hatten Dutzende Menschen vor dem Regierungssitz in Podgorica für eine härteres Vorgehen gegen Waffengewalt protestiert.
In dem 620.000-Einwohner-Land Montenegro gibt es nach Angaben des Schweizer Forschungsprojekts Small Arms Survey (SAS) fast 245.000 Schusswaffen.
Montenegro befindet sich nach dem Angriff vom Mittwoch seit Donnerstag in einer dreitägigen Staatstrauer. Ein offenbar alkoholisierter Mann hatte in der Stadt Cetinje im Süden des Landes in einem Restaurant und an weiteren Orten zwölf Menschen erschossen, darunter zwei Minderjährige. Vier weitere Menschen wurden schwer verletzt. Mindestens drei von ihnen werden laut Klinikangaben weiterhin im Krankenhaus behandelt, eines der Opfer schwebt demnach immer noch in Lebensgefahr.
Der Angreifer war bereits vor Jahren wegen des Besitzes illegaler Waffen aufgefallen. Der Polizei zufolge hatte er die Tat mit einer Waffe verübt, die er aus seinem Haus geholt hatte, nachdem er sich in dem Restaurant mit einem weiteren Gast gestritten hatte. Nach Angaben der Polizei hing die Tat nicht mit der organisierten Kriminalität zusammen, unter der Cetinje in den vergangenen Monaten besonders stark gelitten hatte.
E.Rodriguez--AT