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Neben Kämpfen in Ostukraine flammen auch Gefechte an südlicher Front wieder auf
Während die Verbündeten der Ukraine in Ramstein über weitere Militärhilfen beraten haben, sind die erbitterten Kämpfe in der Ukraine am Freitag fortgesetzt worden. Das russische Verteidigungsministerium verkündete die Einnahme des Dorfes Klischtschiiwka südwestlich von Bachmut. Auch in der südukrainischen Region Saporischschja flammten die Kämpfe offenbar wieder auf. Die Situation in der Ukraine sei "weiter außerordentlich dramatisch", sagte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) in Ramstein.
Das Verteidigungsministerium in Moskau erklärte, prorussische Separatisten hätten mit Hilfe von Artillerie und Unterstützung aus der Luft die Kontrolle über das Dorf Klischtschiiwka übernommen. Das Dorf mit rund 500 Bewohnern vor Kriegsbeginn liegt südwestlich von Bachmut, was darauf hindeuten könnte, dass Russland versucht, die strategisch wichtige Stadt einzukreisen. Das russische Verteidigungsministerium verkündete zudem die "Befreiung" des Dorfes Lobkowe in der Region Saporischschja.
"In Richtung Saporischschja hat die Intensität der militärischen Aktivitäten stark zugenommen", erklärte auch Wladimir Rogow, Vertreter der von Russland eingesetzten Verwaltung, im Messengerdienst Telegram. "Wenn wir die Frontlinie anschauen, gibt es im Moment überall Kämpfe", sagte er laut der russischen Nachrichtenagentur Ria Nowosti. In den vergangenen Monaten war der Frontverlauf relativ statisch gewesen.
Saporischschja und Donezk sind zwei der vier Regionen, deren Annexion der russische Präsident Wladimir Putin im September verkündet hatte.
Im Gebiet der nahe Bachmut gelegenen Stadt Soledar traf unterdessen ein erster Hilfskonvoi der Vereinten Nationen ein, wie Jens Laerke, Sprecher der UN-Hilfsagentur Ocha, in Genf sagte. Es handele sich um den ersten gemeinsamen Konvoi mehrerer Hilfsagenturen seit Beginn des Krieges. Der aus drei Lastwagen bestehende Konvoi brachte demnach Wasser, Lebensmittel, Hygieneartikel und medizinische Hilfsgüter für 800 Zivilisten.
Russland hat nach eigenen Angaben Soledar eingenommen. Die Ukraine widerspricht dem und erklärt, der Kampf um die Stadt halte an.
Die ukrainische Armee teilte am Freitagmorgen mit, ihre Truppen hätten in den zurückliegenden 24 Stunden russische Angriffe in rund einem Dutzend Ortschaften in der Region Donezk "zurückgedrängt". "Soledar wurde von feindlichem Feuer getroffen", hieß es.
Nach Informationen des "Spiegel" ist der Bundesnachrichtendienst (BND) besorgt über hohe Verluste der ukrainischen Armee beim Kampf um Bachmut. Er berief sich auf Informationen, die der BND in einer geheimen Sitzung Sicherheitspolitikern des Bundestages geliefert habe. Demnach verliere die ukrainische Armee bei den Kämpfen mit den russischen Invasoren um Bachmut derzeit täglich eine dreistellige Zahl an Soldaten. Eine Einnahme der Stadt könne weitere russische Vorstöße ins Landesinnere ermöglichen.
Der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU nahm unterdessen "sieben russische Agenten" fest. Der Geheimdienst habe "einen weiteren wichtigen Sondereinsatz unternommen, um feindliche Agenten zu enttarnen und festzunehmen", erklärte SBU-Chef Wassyl Maljuk. Die Festgenommenen hätten "Koordinaten von kritischen Infrastruktur-Einrichtungen" sowie Informationen über ukrainische Truppenbewegungen in der östlichen Region Dnipropetrowsk an russische Streitkräfte weitergegeben, hieß es in einer Erklärung des SBU.
In der dort gelegenen Stadt Dnipro waren am Samstag bei einem Raketenangriff auf ein Wohnhaus Dutzende Zivilisten getötet worden. "Informationen über eine mögliche Beteiligung der Festgenommenen an dem russischen Raketenangriff auf ein Wohnhaus in Dnipro am 14. Januar 2023 werden derzeit geprüft", erklärte der SBU.
Der Kreml zeigte sich ungeachtet weiterer Rüstungslieferungen an Kiew überzeugt von einem Sieg Russlands. "Man sollte die Bedeutung solcher Lieferungen mit Blick auf die Fähigkeit, etwas zu ändern, nicht übertreiben", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Westliche Panzerlieferungen würden in der Ukraine "nichts ändern". Der Westen habe aber die "dramatische Wahnvorstellung", dass die Ukraine Erfolg "auf dem Schlachtfeld" haben könnte.
B.Torres--AT