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Drogenhandel in Deutschland weitet sich aus
In Deutschland ist im vergangenen Jahr mehr mit Drogen gehandelt worden. Die Behörden registrierten für 2021 insgesamt 2,9 Prozent mehr dieser Delikte als im Vorjahr, wie das Bundeskriminalamt (BKA) im sogenannten Bundeslagebild Rauschgiftkriminalität am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Insgesamt wurde in 55.941 Fällen ermittelt. Gleichzeitig nahm die Zahl aller Drogendelikte insgesamt um 1,3 Prozent auf 361.000 ab.
Am häufigsten gelangten Drogen über den Land- und Seeweg nach Deutschland. Das Internet konnte sich als Vertriebsweg weiter etablieren. Auch das Darknet sowie Messengerdienste oder soziale Netzwerke werden für den Drogenhandel genutzt.
Am häufigsten wird mit Cannabis und sogenannten neuen psychoaktiven Stoffen wie synthetischen Cannabinoiden gehandelt. Bei 59,1 Prozent aller Drogenhandelsdelikte wurde Cannabis verkauft. Mit insgesamt 33.060 Fällen stieg die Zahl um 3,4 Prozent. 2021 registrierten die Ermittler insgesamt 280.840 Tatverdächtige, ein Rückgang um 1,4 Prozent im Vergleich zu 2020.
Bei Kokain und Methamphetamin registrierten die Behörden deutlich steigende Mengen. 2021 verdoppelte sich die Menge des beschlagnahmten Kokains auf mindestens 23 Tonnen. Auch bei Methamphetamin stieg die entdeckte Menge um 25 Prozent auf mindestens 363,1 Kilogramm.
2021 starben 1826 Menschen an den Folgen ihres Drogenkonsums. 2020 hatte es noch 15,5 Prozent weniger Fälle gegeben. Zu den häufigsten Todesursachen zählten der Konsum von Heroin und Opiatsubstitutionsmitteln.
Durch die Auswertung von Daten mehrerer Kryptokommunikationsanbieter konnte das BKA seit März 2020 etwa 4000 Ermittlungsverfahren einleiten. Bei Razzien, die mit diesen Ermittlungen im Zusammenhang standen, wurden knapp 40 Tonnen verschiedenster Drogen und zugehöriger Grundstoffe beschlagnahmt. 2022 konnten im Rahmen zweier Verfahren gegen die organisierte Drogenkriminalität 700 Kilogramm Heroin und 2,3 Tonnen Kokain beschlagnahmt und mehrere Beschuldigte festgenommen werden.
Die organisierte Kriminalität bedrohe und untergrabe die Gesellschaft, erklärte BKA-Vizepräsidentin Martina Link. "Wir werden unsere Kapazitäten im Bereich Rauschgiftkriminalität weiter stärken", kündigte sie an.
"Wir müssen sowohl bei der strafrechtlichen Verfolgung von professionell agierenden Drogenkriminellen als auch bei Prävention und Suchthilfe schneller, konsequenter und besser werden", erklärte der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Burkhard Blienert (SPD). Er forderte eine flächendeckende Suchtprävention.
A.Moore--AT